Wie drei schulpflichtige Kinder ihr Lernprogramm abspulen

So meistert eine Alleinerziehende mit ihren Kindern den “Schulalltag” in den eigenen vier Wänden.
Hard Cornelia Knill (41) ist stolz auf ihre drei Kinder. Luca (15), Fabio (13) und Talea (11) dürfen zwar wie viele Tausende ihrer Altersgenossen derzeit nicht in die Schule, aber sie geben zu Hause als Lernende ihr Bestes. “In Anbetracht der Umstände bin ich sehr zufrieden mit ihnen”, sagt die alleinerziehende Mutter, die derzeit auch zum Homeoffice verdammt ist und ihren Kindern in dieser schwierigen Zeit unter die Arme greift, wo sie nur kann. Dabei lernen die derzeit eine Lektion, die sie im täglichen Unterricht wohl nie lernen würden: Selbstständiges Arbeiten, Eigenverantwortung, Zeitmanagement.
Fabio hat alles im Griff
Am besten arrangiert mit der Situation hat sich Fabio. Der 13-Jährige besucht die Mittelschule am See in Hard, ist dort in einem Klassenverbund von Dritt- und Viertklässlern. “Wir haben am letzten Schultag alle Bücher und Hefte mit nach Hause genommen. Via WhatsApp-Gruppe und der Schulplattform School Fox erhalten wir Arbeitsblätter und Aufträge von vier Lehrpersonen. Die bearbeiten wir. Später schicken uns die Lehrer die Lösungen”, beschreibt der Mittelschüler seinen Schulalltag zu Hause. Videokonferenzen mittels Skype vervollständigen die Lerneinheiten.
“Fabio ist sehr selbstständig. Einziges Problem: Er muss sich den Laptop mit mir teilen. Und das ist gelegentlich nicht einfach, weil ich ja auch im Homeoffice arbeite”, erläutert Mama Cornelia.
Luca vermisst Mitschüler
Einen Laptop für sich alleine hat Luca. Der 15-Jährige besucht die zweite Klasse der HAK in Lustenau. Ihm fällt das Leben mit Computer und ohne Klassenkameradinnen und -kameraden zwar schwerer, doch auch er hat sich mit der Situation arrangiert. “Wir haben seit der zweiten Klasse einen Schwerpunkt auf digitalen Unterricht, also ist das Lernen mit Laptop für mich ja nichts Neues. Nur werde ich halt das Gefühl nicht los, dass alles ein bisschen unübersichtlich geworden ist. Und ich brauch’ eine klare Orientierung.” Luca erhält Arbeitsaufträge für das Lernen mit Büchern genauso wie in digitalen Lernprogrammen. “Aber neuen Stoff nehmen wir natürlich nicht durch. Mit einem regulären Unterricht ist das nicht zu vergleichen.”
Talea braucht starke Mama
Mutters intensivste Hilfe braucht die elfjährige Talea. “Mama ist sehr streng mit mir”, sagt Talea etwas betrübt. “Aber das brauchst du einfach, und ich mach das ja nur zu deinem Besten, mein Kind”, tröstet sie die Mutter. “Talea kann gelegentlich auch in die Schule zu ihrer Lehrerin kommen. Die unterstützt uns sehr”, ergänzt Cornelia Knill.
Die Mama achtet streng darauf, dass ihre Kinder in dieser schwierigen Zeit einen Lernrhythmus einhalten. Als Segen erweist sich in diesen Tagen der große Garten, in dem die Familie Abwechslung findet. “Was machen denn nur jene, die das nicht haben?”, fragt sich Knill.
“Ich bin nur froh, dass meine Kinder nicht in einer Schnittstellenklasse sind.”
Cornelia Knill, Mutter
Mit einem Abschluss des Schuljahres in den Klassenräumen rechnet die Mutter nicht. “Ich bin nur froh, dass alle meine Kinder nicht in einer Schnittstellenklasse sind und in eine andere Schule wechseln wollen. So gesehen ist das alles ja nicht so schlimm.”