“Vielleicht wird es normal, Masken zu tragen”

Vorarlberg / 04.04.2020 • 20:00 Uhr
"Vielleicht wird es normal, Masken zu tragen"
Im Adeg in Wolfurt tragen viele Kunden bereits Maske. Einziger Nachteil, zumindest aus Verkäufersicht: “Es ist extrem heiß darunter, du bekommst fast keine Luft”, sagt die Chefin. VN/PAULITSCH

Viele Vorarlberger setzten schon vor der Maskenpflicht auf den Virenschutz

Wolfurt, Dornbirn, Bludenz Den ersten halben Tag sei man sich etwas verkleidet vorgekommen, “aber man gewöhnt sich dran. Inzwischen denke ich mir gar nichts mehr”, erzählt Susanne Mathis (54) vom Adeg-Markt in Wolfurt. In ihrem Geschäft werden die Masken in dieser Woche noch auf Verlangen ausgegeben. Ab Montag wird sich das ändern, sofern bis dahin genügend Exemplare vorhanden sind.

250 Stück

Nach Wolfurt hat Rewe bislang 250 Stück geliefert. Viel zu wenige, um alle Kunden damit auszustatten. “Es hat bei uns mit dem Nachschub noch nicht geklappt, weil der Flieger aus China nicht gekommen ist”, erläutert die Adeg-Kauffrau. Pflicht, hin oder her. Viele Kunden tragen laut Susanne Mathis schon jetzt einen Virenschutz, die meisten von ihnen bringen ihn von zu Hause mit. “Es ist sicher fast die Hälfte”, schätzt sie. Auch Bernhard Apsner (52) macht es nichts aus, mit Maske einkaufen zu gehen. “Alles was hilft, die Kurve flacher zu bekommen, sollten wir tun, auch wenn es uns nicht logisch und sinnvoll erscheint. Vielleicht wird es ja wie in Fernost normal, Masken zu tragen auch ohne Pandemien”, sagt der Dornbirner. Andreas Wehinger (26) aus Bludenz sieht das ähnlich: “Es ist wichtig, andere nicht zu infizieren. Allerdings finde ich es schade, dass die Bestellung der Mundschutz-Masken zu spät erfolgt ist”, ergänzt er.

Nur noch Lebensmittel

Apropos einkaufen: Ab kommenden Samstag sind in den Geschäften der großen Lebensmittelketten wirklich nur noch Lebensmittel erhältlich. Darauf haben sich Gerhard Drexel von Spar, Marcel Haraszti von Rewe, Horst Leitner von Hofer, Alessandro Wolf von Lidl und Xavier Plotitza von Metro am Freitag geeinigt: „Wir wollen mit diesem Akt der Solidarität zum Ausdruck bringen, dass wir keinesfalls die Notlage von vielen Non-Food-Geschäften, die derzeit nicht geöffnet sein dürfen, ausnutzen und schränken daher von uns aus große Teile des Non-Food-Sortiments im Direktverkauf ein.”