Wenn Zahnschmerzen in der Coronakrise auftauchen

60 Zahnärzte in Vorarlberg machen trotz hohem Infektionsrisiko weiter. Der Satteinser Zahnarzt Matthias Mayer berichtet aus der Praxis.
Satteins “Wir sind extrem nah am Patient”, sagt Zahnarzt Matthias Mayer, “deshalb haben wir immer ein hohes Infektionsrisiko”. Aktuell eine besonders bedrohliche Vorstellung. Der gebürtige Schwabe hält seine Zahnarztpraxis in Satteins offen, ist damit einer von rund 60 Zahnärzten in Vorarlberg, die die zahnmedizinische Betreuung aufrechterhalten.
Für Mayer stand das Schließen nicht zur Debatte: “Ich habe mir gedacht, ich habe noch dringende Termine, die müssen erledigt werden”, erzählt er. “Mittlerweile weiß ich, dass Dringlichkeit relativ ist.” Mayer hat rasch auf einen Notbetrieb umgestellt, hat nur mehr von acht bis elf offen. Mundhygiene wurde sofort gestoppt, “da ist man noch näher am Patienten”, die meisten Termine wurden abgesagt, die letzte Entscheidung treffe der Patient. Es ist sehr ruhig in der Praxis. Aber es gibt noch immer Menschen mit akuten Zahnschmerzen, die müssen versorgt werden. Jeder Termin werde vorab telefonisch abgeklärt und genau fixiert, die Patienten begegnen sich nicht im Warteraum. Die Patienten sind vernünftig, betont Mayer: Wer um einen Termin anrufe, der habe auch Bedarf.
Aber auch Mayer hat Bedarf: nämlich an Schutzmasken und Handschuhen. Er habe hier zwar eine gewisse Reserve, aber das Nachbestellen sei schwierig. “Da ist eigentlich alles ausverkauft.” Von einer speziellen Mundmaske habe er genau zwei Stück erhalten, das sei eine eher symbolische Unterstützung. “Wenn Handschuhe oder Masken ausgehen, dann ist es vorbei”, betont der Zahnarzt.
Ferien und Kurzarbeit
Daran will er aber noch nicht denken. Nächste Woche bleibt seine Ordination zu, in der Karwoche zu schließen war bereits vorab geplant. Danach wird es weitergehen. Seine Mitarbeiter hat der Zahnarzt zur Kurzarbeit angemeldet. Das sei ein attraktives Modell, lobt der Zahnmediziner die Maßnahme, so könne er bei stark einbrechenden Umsätzen seine Mitarbeiter halten, das sei auch für die Zukunft der Praxis wichtig.