Und wieder bedroht der Frost unsere Obstanlagen

Temperaturen klar unter dem Gefrierpunkt machen den Obstbauern zu schaffen. Und es ist noch nicht vorbei.
Höchst, Gaißau Jens Blum (54), der mit 16 Hektar Anbaufläche größte Obstbauer in Vorarlberg, sorgt sich. „Der Frost macht uns zu schaffen“, stellt Blum lapidar fest. Erste Schäden muss auch er bereits registrieren. Und das, obwohl Blum seit zwei Jahren eine Frostberegnungsanlage zur Verfügung steht. „Marille und Pfirsiche sind kaputt, die Apfelsorte Boskop wurde stark in Mitleidenschaft gezogen.“ Die Frostberegnung verhindert Schlimmeres. Immerhin scheinen Elstar und Topas noch kaum betroffen.
„Die Frostberegnung verhindert Schlimmeres. Elstar und Topas sind noch kaum betroffen.“
Jens Blum Obstbauer
„Das Problem ist halt leider noch nicht vorbei. Nach zwei milden Tagen ist auch für kommende Woche wieder Frost angesagt“, weiß Blum mit Blick auf die Wetterkarte. Die Frostberegnungsanlage ist für ihn zwar ein Segen, alle Schäden kann sie jedoch nicht verhindern. „Bei Wind kann ich sie nicht einschalten. Der Wind erhält zudem die Verdunstungskälte, welche die Gefrierwärme aufhebt“, beschreibt der Obstbauer problematische Umstände, mit denen er zusätzlich zu kämpfen hat.
Moosbrugger zuversichtlich
Viel größere Schäden muss der Nebenerwerbsbauer Manfred Nägele (78) aus Gaißau bereits feststellen. Er hat keine Frostberegnungsanlage. „Bei der Sorte Boskop habe ich einen Schaden von nahezu 100 Prozent, herbe Ausfälle drohen auch bei Elstar und Topas. Zudem sind auch die Zwetschken schon zerstört“, berichtet Nägele. Dabei weiß auch der Gaißauer mit Blick auf die Wetterkarte, dass sich die Situation noch weiter verschärfen dürfte.

„Noch ist großflächig keine Katastrophe angesagt“, sagt Landwirtschaftskammerpräsident Josef Moosbrugger (53) unter Berücksichtigung der Gesamtsituation, die auch die Gemüsebauern mit einschließt. „Gefährdet ist die erste Ernte beim Freilandgemüse. Diese ist natürlich sehr wichtig, aber wenigstens kann man beim Gemüse häufiger ernten. Beim Obstbau stelle ich fest, dass etwa die Kirschenknospen noch nicht ausgebrochen sind. Insgesamt sind die Schäden derzeit noch überschaubar“, zieht Moosbrugger eine erste Bilanz. Er rechnet nicht damit, dass der Frost kommende Woche die Situation wesentlich verschärft. „Es wird ja zwischendurch nicht wirklich warm.“