Quarantäne: Lecher gehen sich aus dem Weg

Am Arlberg hofft man auf ein Ende der Quarantäne. Am Dienstag wird ein Testteam in der Tourismusregion erwartet.
Lech Es sei durchaus eine gewisse Angespanntheit im Ort festzustellen, beschreibt Lechs Bürgermeister Ludwig Muxel am digitalen VN-Stammtisch die aktuelle Lage in der Tourismusgemeinde. Seit dem 17. März steht die Arlbergregion bekanntlich unter Quarantäne. Angesetzt ist die Maßnahme vorerst bis zum 3. April. Ob sie dann tatsächlich aufgehoben wird, vermochte der Lecher Gemeindechef im Gespräch mit VN-Redakteur Tony Walser nicht zu beantworten. „Die Landesregierung wird kommende Woche aufgrund der aktuellen Lage entscheiden und einen entsprechenden Beschluss fassen. Wir hoffen natürlich das Beste“, so Muxel. Laut dem Gemeindeoberhaupt wird am kommenden Dienstag ein Testteam in Lech erwartet. „Jeder, der Symptome aufweist, kann sich zur Testung anmelden“, informiert Muxel. Aktuell gibt es in Lech 15 bestätigte Coronafälle.
Tägliche Bürgerinformation
Vom Umgang der Bevölkerung mit der aktuellen Situation zeigt sich der Bürgermeister durchwegs zufrieden: „Die Leute haben den Humor nicht verloren. Der überwiegende Teil schaut auf sich und seine Mitmenschen. Die Leute gehen sich aus dem Weg.“ Seitens der Gemeinde sei man darum bemüht, die Bürger bestmöglich zu informieren. „Die Leute kommen mit vielen kleinen und großen Sorgen auf mich zu“, sagt Muxel, der am Telefon immer erreichbar ist. Täglich werde über die aktuelle Lage informiert und die Bevölkerung mit Infoschreiben auf dem Laufenden gehalten.
Der aufkommenden Kritik an den Nachbarn jenseits des Arlbergs will sich Muxel nicht anschließen. Vielmehr zeigt er sich mit dem aus seiner Sicht „verantwortungsbewussten Handeln und Entscheiden hier in Vorarlberg“ zufrieden. Wenngleich der Tourismus nun eine schwierige Zeit durchlebe, seien in Lech dennoch alle darum bemüht, positiv in die Zukunft zu blicken. Dennoch: „Eine große Sorge ist sicherlich, dass wir wirtschaftlich wieder auf die Füße kommen. Wir wünschen uns alle, dass wir diese Zeit als Gemeinde insgesamt halbwegs gut überstehen und den Tourismus im Gemeindegebiet aufrechterhalten können“, so Muxel.