Wie Trauernde in Corona-Zeiten ihre Liebsten bestatten

Beerdigungen finden nur noch im engsten Familienkreis statt.
Dornbirn Beerdigungen sind ein Ereignis, zu dem normalerweise viele Menschen zusammenkommen und eng zusammenstehen. Wie verändert sich dies in Zeiten von Corona?
Als Sicherheitsmaßnahme zum Schutz vor Ansteckungen dürfen Aufbahrungshallen derzeit nicht betreten werden. Auch im Freien darf eine Trauergemeinde nicht aus mehr als fünf Personen bestehen. Eine Trauernde, die nicht namentlich genannt werden will, schildert, dass es für die Angehörigen nicht leicht sei, wenn man das Würdevolle, das der Verstorbene verdient hätte, nicht umsetzen kann. Außerdem fehle die Anteilnahme der Trauergäste.
Auch Pfarrer Dominik Toplek empfindet die Corona-Krise, bei der die Beerdigungen nur sehr eingeschränkt stattfinden können, als eine herausfordernde Situation. „Ich hatte am Dienstag eine Verabschiedung auf dem Friedhof. Es durften sich nur fünf Menschen aufhalten und sie mussten mindestens einen Meter Abstand halten.“ Bei dieser Beerdigung wusste der Pfarrer von Dornbirn Oberdorf, Schoren und Rohrbach, dass der Verstorbene eine große Familie hatte und auch aktiv in Vereinen war. Aber nur ein kleiner Teil des persönlichen Umfelds konnte sich verabschieden. Aus Topleks Erfahrung nehmen die Trauerfamilien diese Einschränkungen mit Bedauern auf. Sie sehen aber ein, dass es nicht anders möglich ist. „Ich versuche das Beste daraus zu machen, in dem ich Gedenkfeiern in Aussicht stelle, sobald wieder Versammlungen möglich sind.“ Familien empfiehlt der Pfarrer, dass zuerst die engste Familie, dann die Enkel und weitere Verwandte nacheinander in Etappen ans Grab kommen. So bestehe das Abschiednehmen zumindest durch Kerzenanzünden, Blumenlegen oder ein kurzes Gebet.

Trauergottesdienste und Jahrestaggottesdienste sind derzeit nicht möglich. Pfarrer Toplek vertröstet seine Kirchengemeinden. „Ich überlege mir schon, einen Livestream anzubieten. Dann können auch Menschen teilnehmen, die nicht aus den eigenen vier Wänden können.“
Für Bestatter Patrick Nuck sind die vergangenen Tage ebenfalls eine Ausnahmesituation. „Ich habe größtenteils telefonischen Kontakt mit den Trauernden. Mir fehlt das Persönliche“, so der Wolfurter Unternehmer. Noch trister wird es seiner Einschätzung nach, wenn es aufgrund der geschlossenen Geschäfte keinen Blumenschmuck mehr gibt. Das Bestattungsteam selbst hält auf dem Friedhof mindestens 50 Meter Abstand, damit fünf Personen an das Grab treten können. „Wenigstens verabschieden sollte man sich im engsten Familienkreis können.“