VN Corona-Podcast: “Sind wir dann alle immun, Herr Fidler?”

Vorarlberg / 26.03.2020 • 18:00 Uhr
VN Corona-Podcast: "Sind wir dann alle immun, Herr Fidler?"

VN-Experte Armin Fidler beantwortet wieder die Fragen der VN-Leser.

Hörbranz Die Medikamente heißen Chloroquin, Remdesivir und so weiter, und sie werden schon als mögliche Heilsbringer bejubelt. VN-Experte Armin Fidler warnt: Es fehlt jegliche wissenschaftliche Bestätigung. Was er damit meint, beantwortet er samt vielen anderen Fragen in Folge acht des VN Corona-Podcasts. Haben auch Sie Fragen an Armin Fidler zum Virus? Schicken Sie uns Ihre Fragen per WhatsApp oder SMS an 0676 88005 533 oder per Mail an woche@vn.at.

Sind wir immun, wenn wir das Virus bekommen und die Erkrankung überstanden haben?

Wie lange, wissen wir nicht. Man wird sicher eine Zeit lang immun sein. Der Körper produziert Antikörper, die, wie bei jeder Infektion, das Virus bekämpfen können. Wie lange diese Immunität anhält, wissen wir nicht. Das hängt von vielen Faktoren ab. Viren mutieren gerne und verändern ihr Erscheinungsbild. Wenn sie zu stark mutieren, erkennt das Immunsystem das Virus nicht mehr. So wie bei der Influenza. Aus diesem Grund muss man sich jedes Jahr gegen die Grippe impfen lassen.

Kann es sein, dass Menschen schon immun sind, das aber nicht wissen, weil sie erkrankt waren, ohne es zu merken?

Ja, das kann durchaus sein. Darum ist die Dunkelziffer der Infektionen wichtig, wovon es bis jetzt nur sehr grobe Schätzungen gibt. Wir glauben, dass viele Personen infiziert worden sind, ohne Symptome gehabt zu haben. Wir kennen diese Zahl nicht, solange wir keine flächendeckenden serologischen Tests in der Bevölkerung haben. Die Zahl wäre deshalb wichtig, weil eine hohe Zahl von asymptomatischen Infizierten zu einer Senkung der berechneten Mortalitätsrate führt.

An welchen Symptomen erkenne ich, dass ich erkrankt bin?

Sie sind sehr unspezifisch. Es gibt die traditionellen Grippesymptome, vor allem trockener Husten, Fieber, zum Teil Atemnot. Vor allem bei älteren Menschen kann das Virus auch den Verdauungstrakt angreifen. Durchfall kann also eine Begleiterscheinung sein. Außerdem wird beschrieben, dass der Geschmackssinn verloren gehen kann.

Dürfen Großeltern ihre Enkel wirklich gar nicht sehen?

Das ist sicherlich bitter. Man redet sehr viel über die ökonomischen Auswirkungen dieser Krise. Wir vergessen aber manchmal die sozialen. Wir können nur hoffen, dass wir dieser Situation nur eine begrenzte Zeit ausgesetzt sind. Zum Schutz vor allem der Risikopersonen bitte ich, die Maßnahmen weiter zu befolgen. Auch wenn es verständlicherweise bitter und besonders für Großeltern schmerzhaft ist.