Intensivpatienten in Spitälern: Corona-Krise spitzt sich zu

Bereits zehn Betroffene auf der Intensivstation.
bregenz Was zu befürchten war, scheint nun bittere Realität zu werden: Immer mehr vom Coronavirus befallene Patienten müssen im Krankenhaus und dort auf der Intensivstation behandelt werden. Wie die Landessanitätsdirektion am Dienstagabend bekannt gab, befinden sich 23 Personen im Spital, zehn von ihnen benötigen eine Intensivbehandlung. Eine jüngere Patientin ohne Vorerkrankung befindet sich nach Auskunft von Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher in schlechter Verfassung. Am Tag zuvor meldete das Land einen Fall auf der Intensivstation.
Deutlicher Hinweis
Für Landeshauptmann Markus Wallner ist der sprunghafte Anstieg ein deutlicher Hinweis darauf, dass „wir die Spitalskapazitäten samt Personal weiter auf das Schlimmste vorbereiten müssen“. Das sieht auch Rüscher so: „Eine belastbare Aussage zur Steigerungsrate der hospitalisierten Patienten können wir zwar erst nach mehreren Tagen treffen, die intensiven Vorbereitungen sind jedoch mit Hochdruck fortzuführen.“ Besorgniserregend ist nach Aussage von Wallner, dass im Intensivbereich auch jüngere Patienten liegen. Deshalb einmal mehr sein Appell: „Es hängt alles daran, dass wir die sozialen Kontakte so gering wie möglich halten.“
Bestmögliche Behandlung
Die Patienten sind auf die Spitäler in Hohenems, Bludenz, Feldkirch und Dornbirn verteilt. Derzeit werden auch die spitalsnahen Krankenstationen auf die Möglichkeit geprüft, Patienten dort mit Sauerstoff versorgen zu können. „Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen uns, dass dies eine wichtige Voraussetzung für die medizinische Versorgung von Covid-Patienten ist“, begründet Rüscher. VN-Gesundheitsexperte Armin Fidler ergänzt: „Wir sind erst am Anfang dieser Epidemie, und die Spitäler im Land beginnen sich schon zu füllen.“ Da werde sich noch einiges abspielen.
Die bisherigen Berechnungen sehen 15 Prozent der Infizierten in Spitalsbetreuung und einen kleinen Prozentsatz auf Intensivstationen. „Untypisch für die allgemeine Lage war, dass wir in den vergangenen Tagen nur einen Patienten im Spital hatten“, sagte Markus Wallner im VN-Gespräch. Eine weitere Erklärung für den Anstieg von Intensivpatienten: „Wir haben gewisse Gruppen noch nicht erreicht, denn anfangs waren mit Skifahrern eher jüngere Patienten betroffen.“ Die Patienten seien in bestmöglicher Behandlung, die aktuelle Entwicklung zeige jedoch, wie schnell Spitäler gefordert sein können.
Aufruf findet Gehör
Mittlerweile sind Land und Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG), wie berichtet daran, Personen mit einer Gesundheitsausbildung und freien Kapazitäten für Einsätze in den Spitälern zu rekrutieren. Der Aufruf findet Gehör. Schon 350 Personen haben sich mittels des Online-Formulars gemeldet, das auf www.vorarlberg.at/helfen zum Download steht. Wallner: „Als Vorsorge für den möglichen Ernstfall brauchen wir jede helfende Hand. Es ist erfreulich, dass unser Appell so gut ankommt.“ Gestern, Dienstag, ging zudem in der Landesberufsschule in Bludenz die schon angekündigte zweite Infektionsordination in Betrieb. Sie dienet zur Behandlung von akuten Infekten, die nicht mit dem Coronavirus in Verbindung stehen.