Chinese aus Wuhan macht Vorarlbergern Mut

Geschäftsmann Bing, der enge Beziehungen zu Vorarlberg hat, spricht vom Ende der Krise in seiner Heimat.
Hubei Bing, 45-jähriger Geschäftsmann aus der chinesischen Provinz Hubei mit Wohnadresse an der Peripherie der Provinzhauptstadt Wuhan, hat harte Zeiten hinter sich. Er und seine Familie erlebten zwei Monate Quarantäne im Epizentrum der Coronainfektion. Jetzt strahlt der zweifache Vater übers ganze Gesicht. „Wir sind bei uns zurück in der Normalität. Wir können wieder normal produzieren, das Leben nimmt wieder seinen gewohnten Lauf.“
Appell an Disziplin
Bing, der eine Textilfabrik und zahlreiche Immobilien in der 10 Millionen-Stadt Wuhan und Umgebung besitzt, ist seit Jahren mit dem Lustenauer Textilhändler Martin Wunderlich (55) freundschaftlich verbunden. „Österreich und speziell Vorarlberg liegt Bing am Herzen“, weiß Wunderlich. Der Chinese richtet in einem Schreiben an die VN deswegen einen flammenden Appell an alle Vorarlberger und Österreicher. „Haltet die Ausgangssperren konsequent ein. Uns hat das geholfen. Wir sind zwei Monate nicht hinausgegangen und haben so die Krise überwunden.“
Bing erzählt, wie konsequent seine Landsleute die von der Regierung vorgegebenen Regeln eingehalten hätten. „Aus Europa sehe ich immer wieder Bilder, wie sich Menschen zu Hause und in Geschäften aufhalten. So wird sich das Virus weiter ausbreiten. Ihr müsst total konsequent sein, glaubt mir.“
Hart, aber notwendig
Bing räumt ein, dass die Isolation zu Hause für ihn und seine Familie sehr schwer gewesen sei. „Wir mussten uns während dieser zwei Monate auf die elementaren Dinge konzentrieren. Das haben wir geschafft.“ Als deklarierter Anhänger der chinesischen Regierung kann Bing diese als Krisenmanagerin nicht genug loben. „Es gab keine Situationen von Panik, ich habe auch keine Verletzungen der Regeln beobachtet. Ich hoffe, dass sich die Europäer an den Chinesen ein Vorbild nehmen. Natürlich sind wir Chinesen disziplinierter als andere“, sagt Bing nicht ohne Stolz. Er verwehrt sich gegen Vorhaltungen aus Europa, dass China gerade in der Coronakrise die Menschenrechte nicht einhalten würde. „Niemand spricht bei uns über das. Tatsache ist, dass wir dieses Problem überstanden haben.“

Stolz auf China
Es erfülle ihn mit Freude, dass China nun den Betroffenen in Europa helfen könne. „Wir haben medizinisches Personal und wichtige Gegenstände geschickt. Wir können euch helfen, wir haben Erfahrung mit Corona. Lasst keine Panik hochkommen und haltet auch die strengsten Maßnahmen ein“, rät Bing.
Die Provinz Hubei mit ihren 60 Millionen Bewohnern war die mit Abstand größte Krisenregion in China. 80 Prozent der über 70.000 Infizierten Chinas kommen aus Hubei, ebenso 95 Prozent der rund 4000 Corona-Toten.