Für René Luschnik (26) ist Taxifahrer ein sozialer Beruf

Vorarlberg / 21.03.2020 • 21:00 Uhr
Für  René Luschnik (26) ist Taxifahrer ein sozialer Beruf
René Luschnik möchte, dass sich die Leute in seinem Auto wohlfühlen. VN/PAULITSCH

Taxifahrer haben auch während der Coronakrise zu tun.

Hohenems Wenn René Luschnik morgens seinen Dienst antritt, dann blickt er erstmal in das vordere Ende einer weißen Pistole, die auf seine Stirn zielt. Dann macht das Gerät „Piep“ und der Arbeitstag kann beginnen. „Jeden Morgen wird bei allen Fieber gemessen“, erzählt der 26-Jährige, erst dann geht es mit dem Taxi auf die Piste.

René Luschnik fährt seit einigen Jahren Taxi, er ist Spross des Familienunternehmens Taxi Mathis in Hohenems. Wie wohl alle Firmen macht Taxi Mathis, das im kommenden Jahr das 50-jährige Bestehen feiert, besondere Zeiten durch. „Zum einen ist in der Nacht viel weniger Arbeit geworden“, erzählt Luschnik. Schließlich hat die Gastronomie zu. „Samstagnacht sind wird normalerweise mit bis zu zwölf Fahrern unterwegs, derzeit sind es drei bis vier“, weiß der gebürtige Hohenemser, der in der Firma nicht nur selbst fährt, sondern auch das Personal managt. „Die Fahrten zur und von der Disko fallen natürlich weg.” Auch am Tag wurde die Zahl der Fahrer massiv reduziert. Mathis fährt normalerweise mit Bussen in der Früh Kinder mit Behinderung ins Schulheim Mäder oder in diverse Sonderschulen. „Dia Büs‘ stond jetzt“, sagt Luschnik mit einer gewissen Wehmut in der Stimme.

Viele gute Leute

Einige der Mathis-Fahrer sind fest angestellt, andere geringfügig beschäftigt. Nicht alle haben derzeit Arbeit. “Wir haben brutal gute Leute, die wollen wir behalten. Ich hoffe, das wir mit denselben Leuten weitermachen können”, sagt Luschnik.

Fahrt zur Apotheke

Die Kollegen, die noch im Einsatz sind, haben aber durchaus zu tun. Krankentransporte zu und vom Spital sind weiterhin gefragt. Auch fahren Luschnik und die Kollegen für ihre Kunden in die Apotheke oder einkaufen und bringen die Waren dann nach Hause. „Das gab es zwar bisher auch schon, aber nicht so viel wie jetzt“, sagt er. Eine weitere Fahrten-Kategorie hat zugenommen: Bluttransporte. Luschnik fährt auch Proben und Corona-Tests vom Krankenhaus zum Testlabor. „Man bekommt alles verpackt, dazu einen Transportschein und liefert es ab“, erklärt er. Ungewohnt sei es, wenn man heute Patienten im Spital abholt, schließlich weiß man ja nicht, was jemand hat. Das gehe den Fahrgästen aber offenbar nicht anders. „Corona ist natürlich das Gesprächsthema Nummer eins im Auto“, berichtet der Taxifahrer. „Die Leute haben sich aber problemlos umgewöhnt und steigen jetzt hinten ein.” Bald sollen die Autos auch Plexiglasscheiben zwischen Vorder- und Rücksitzen bekommen. „Wir wollen, dass die Leute sich im Auto wohlfühlen“, so Luschnik.

Bin kein Stubenhocker

Auch privat merkt der gesellige junge Mann die Einschränkung. „Ich bin kein Stubenhocker, meine Freundin und ich sind schon viel draußen.” Auch seiner Leidenschaft, dem Fußball, kann der ehemalige Regionalligaspieler des SCR Altach nicht mehr nachgehen. Auch seine heutige Hobbymannschaft spielt nicht mehr. Nun geht er eben mit seiner Partnerin, nur zu zweit, um Abstand zu halten, ein bisschen spazieren. „Man darf sich nicht verrückt machen lassen und muss das Beste draus machen“, versucht er es leicht zu nehmen.

Auf seinen Fahrten durch die Städte bemerkt Luschnik, dass der Autoverkehr abgenommen hat. „Man kommt sehr schnell nach und durch Feldkirch“, findet er. Auch die Menschen am Straßenrand, sei es auf dem Rad oder zu Fuß, seien weniger geworden. „Es ist wichtig, dass die Leute sich an die Verordnungen halten“, ist er sich sicher. Wertschätzung erfährt René Luschnik von der Fahrgästen durchaus, sie zeigen sich dankbar. „Eigentlich ist Taxifahrer ein sozialer Beruf“, sagt er.