Wie gefährlich ist das Virus für mein Haustier?

Das Coronavirus wirft viele Fragen im Umgang mit Haustieren auf, das spüren auch das Tierschutzeim Vorarlberg und Tierärztin Susanne Planner-Winsauer.
Dornbirn Als Folge der Maßnahmen der Bundesregierung gegen das Coronavirus bekommt ein Großteil der Bevölkerung aktuell nicht mehr als die eigenen vier Wände zu Gesicht. Dementsprechend viel Zeit verbringen Menschen in diesen Tagen mit ihren geliebten Haustieren. Laut Statistik aus dem Jahr 2017 besitzen 30 Prozent der Österreicher eines oder mehrere Haustiere, insgesamt sind das zwei Millionen Katzen, 827.000 Hunde und rund 500.000 Kleinsäugetiere. In Zeiten der Coronakrise wirft das so manche Fragen auf: Ist das Coronavirus für Haustiere gefährlich? Muss ich Distanz zu meinem Vierbeiner wahren, wenn ich infiziert bin? Und was passiert mit meinem Haustier, wenn ich in Quarantäne muss?
Tierschutzheim ausgelastet
Im Vorarlberger Tierschutzheim in Dornbirn, das derzeit für Besucher geschlossen ist, läuft das Telefon seit Tagen heiß, wie Tierpflegeleiter Marco Milohnic (37) im Gespräch mit den VN berichtet. “Es haben sich schon einige Haustierbesitzer bei uns gemeldet, die ihre Tiere vorübergehend zu uns bringen wollten, bis die kritische Zeit vorüber ist. Andere wiederum fragen, ob sie sich an uns wenden könnten, falls sie selbst in Quarantäne müssen. Das können wir jedoch nicht, weil wir keine Tierpension sind.” Das Vorarlberger Tierschutzheim sei ohnehin derzeit komplett ausgelastet. Die wenigen Plätze, die noch zur Verfügung stehen, sind den Notfällen und Fundtieren vorbehalten. “Wir leiten aber entsprechende Kontakte zu Vorarlberger Tierpensionen weiter.”
Ehrenamtliche Tätigkeiten wie das Gassigehen mit den Hunden wurden aus Sicherheitsgründen vorerst eingestellt. “Unsere Gassigeher sind natürlich enttäuscht, dass sie derzeit nicht mit unseren Hunden spazieren gehen dürfen, aber wir halten uns streng an die Vorgaben, um keine unnötigen Risiken einzugehen. In diesen herausfordenden Zeiten muss man einfach doppelt und dreifach aufpassen”, betont der Tierpflegeleiter, der selbst im Rotationsprinzip arbeitet.
“Keine Gefahr für Haustiere”
Auch Tierärztin Susanne Planner von der Dornbirner Tierklinik Planner-Winsauer bekommt vermehrt Anrufe von besorgten Haustierbesitzern, kann jedoch beruhigen: “Das Sars COV 19 ist für unsere Haustiere nicht gefährlich.” Aktuell gebe es auch noch keinen Fall einer direkten Übertragung von Haustier zu Mensch, weiß die Expertin. Sollte ein Haustierbesitzer erkrankt sein, rät die Tierärztin trotzdem zur Vorsicht. “Infizierte Menschen sollte ihre Tiere nicht streicheln und nicht mit anderen Menschen in Kontakt bringen, um eine indirekte Übertragung zu vermeiden.” Coronaviren im Allgemeinen seien schon lange bekannt, wie Susanne Planner erklärt: “Coronaviren bestehen aus vielen Familien. Einige davon können sowohl Hunde als auch Katzen infizieren. Aber auch hier können Besitzer aufatmen: Auch an solchen Coronaviren erkrankte Haustiere können ihren Virus nicht auf den Menschen übertragen.”
Weniger Betrieb in Katzenpension
Neben der Tierklinik betreibt Susanne Planner seit 20 Jahren eine Katzenpension. Doch reger Betrieb herrscht in “Samtpfötchen’s Urlaubsparadies” aktuell nicht. “Da wegen der beschlossenen Maßnahmen die meisten Urlaube abgesagt worden sind, hält sich die Nachfrage derzeit in Grenzen.”