Feldkirchs Hoteliers und Wirte in Zeiten von Corona

Vorarlberg / 16.03.2020 • 19:00 Uhr
Feldkirchs Hoteliers und Wirte in Zeiten von Corona
Hotelierpaar Klemens Banas und Laura ließ als Betreiber des Hotels Gutwinski vorübergehend die Rollbalken nieder. VN/WALSER

Die einen kündigen ihren Mitarbeiterstab, andere wiederum nehmen die durch das Coronavirus verhängte Lokalsperre nüchtern zur Kenntnis.

Feldkirch Das Coronavirus hinterlässt naturgemäß auch in der Feldkircher Lokal- und Hotelszene deutliche Spuren. Die Kassen klingeln jedenfalls seit Montag, 15 Uhr, in keinem Lokal mehr. Um diese Zeit trat nämlich die von der Bundesregierung verhängte Sperre aller Lokale und Restaurants in Kraft. Klemens Banas und Laura zogen, so wie nicht wenige andere Kollegen ihrer Branche, als Betreiber des gutgehenden Innenstadt-Hotels Gutwinski die Konsequenzen. Und diese trafen in erster Linie ihren Mitarbeiterstab. “Wir haben im Einvernehmen unsere 19 Mitarbeiter gekündigt. Selbstverständlich haben alle eine Garantie zur Wiedereinstellung erhalten”, erzählt Banas. Die Lohnkosten von monatlich mehr als 80.000 Euro hätte man bei einem leerstehenden Hotel und Restaurant nicht mehr stemmen können, rechnet der Gastronom bei einem Lokalaugenschein vor.

Milch und Sahne für Stammgäste

Feldkirchs Hoteliers und Wirte in Zeiten von Corona
“Bei mir gehts unter Anführungszeichen nur um meine Existenz”, sagt Andreas Jankovec als Betreiber der Weinbar Lauter Wein in Feldkirch. VN/Walser

Nur einen Steinwurf daneben seufzt Andreas Jankovec, der die mindestens ebenso beliebte Vinothek Lauter Wein in der Altstadt Feldkirchs im Alleingang betreibt, über die Erlässe. Die angeordneten Maßnahmen findet er zwar richtig, hofft aber verständlicherweise auf ein baldiges Ende der verordneten Lokalsperren. “Mir bleibt nichts anderes übrig, als das Ganze zu akzeptieren. Bei mir gehts unter Anführungszeichen nur um meine Existenz”, meint der gebürtige Wiener Weinbarbetreiber. Aus seiner persönlichen Meinung macht er allerdings kein Geheimnis: “Mir ist zwar der Ernst der Situation bewusst. Aber dieses Coronavirus wird für mehr wirtschaftliche Verluste sorgen als für Todesopfer.” Auch Christine und Pepi Auer, die das Cafe Unterberger in der Marktgasse betreiben, haben ihr Lokal “wohl oder übel dicht gemacht”. Übrige Milch oder Sahne wurde ganz einfach an Stammgäste oder Passanten verschenkt. Ebenso mit einem weinenden Auge verschloss Mahmut Altay sein Bierlokal Shamrock in der Ochsenpassage. Altay hat jedoch volles Verständnis für die Schutzmaßnahmen.

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“Die Verordnung schmerzt zwar, ich finde sie aber dennoch richtig”, sagt Mahmut Altay als Betreiber der Bierbar Shamrock in der Feldkircher Ochsenpassage. VN/Walser