Spektakulärer Abbau der Rheinbrücke

Vorarlberg / 13.03.2020 • 21:00 Uhr
Spektakulärer Abbau der Rheinbrücke
Der Kran hob die Elemente des Tragwerks mühelos von der Brücke. Einige Schaulustige ließen sich den imposanten Abbau nicht entgehen. VN/HARTINGER

Ein 100-Tonnen-Schwerlastkran entfernte in Mäder Tragwerkelement der alten Dienstbahnbrücke.

Mäder Der Abbau der Dienstbahnbrücke in Mäder bot am Freitagnachmittag einen spektakulären Anblick. Ein 100-Tonnen-Schwerlastkran der im Schweizer Rheinvorland aufgebaut wurde, hob Brückenteile aus dem Rhein. Die Brücke war seit 2008 nicht mehr in Betrieb und schon 2011 wurden aus Hochwasserschutzgründen auf der Schweizer Seite das Tragwerk sowie jeder zweite Pfeiler entfernt. Um Verklausungen zu verhindern, wird das Bauwerk nun komplett entfernt. Mathias Speckle, österreichischer Rheinbauleiter, betont, dass aus IRR-Sicht kein Bedarf mehr besteht. „Der Verein Rheinschauen wäre finanziell überfordert mit der Sanierung der Brücke zum Zweck des Betriebs der Museumsbahn.“

Die gewaltige Dimension des Krans wird anhand der Arbeiter im Vorfeld gut sichtbar.<span class="copyright"> VN/Hartinger</span>
Die gewaltige Dimension des Krans wird anhand der Arbeiter im Vorfeld gut sichtbar. VN/Hartinger

Die Dienstbahnbrücke diente der Internationalen Rheinregulierung seit 1948 vorwiegend für den Materialtransport aus dem Steinbruch Koblach zu den Rheindämmen bis zum Bodensee. Nach der Schließung des Steinbruchs im Jahr 2007 wurde die Brücke vom Verein Rhein-Schauen für Publikumsfahrten mit dem Rheinbähnle genutzt. Eine zu hohe Gefahr bei Hochwasser führte schließlich zum Teilabtrag.

Die Elemente wurden auf die Schweizer Rheinseite gehoben. <span class="copyright">VN/Hartinger</span>
Die Elemente wurden auf die Schweizer Rheinseite gehoben. VN/Hartinger

Für die Sicherheit besonders problematisch zeigte sich der geringe Abstand zwischen den Brückenpfeilern in der Nähe der Außendämme. Bei einem Hochwasser kann dort eine starke Ansammlung von Schwemmholz auftreten, die wie eine Staumauer funktioniert und das Wasser zurückhält. Dies kann zu einem Aufstauen des Wasserspiegels oberhalb der Brücke und einer möglichen Dammüberströmung führen. Ein solches Szenario hat beispielsweise im Jahr 1927 bei der ÖBB-Brücke über den Rhein bei Schaan-Buchs zu einem Dammbruch und großflächigen Überflutungen in Liechtenstein geführt.

Die Dienstbahnbrücke wird komplett abgebaut. <span class="copyright">VN/Hartinger</span>
Die Dienstbahnbrücke wird komplett abgebaut. VN/Hartinger

Wichtige Abbruchvorarbeiten konnten bereits abgeschlossen werden. Zufahrtswege für den Transport wurden errichtet und erste Brückenreste im Rheinvorland entfernt. Für den Abbruch der noch vorhandenen beiden Brückentragwerke sowie der Pfeiler im Mittelgerinne kam heute ein 1.000-Tonnen-Raupenkran zum Einsatz. Dieser hebt vom Schweizerischen Vorland aus die schweren Brückenteile aus dem Mittelgerinne des Rheins. Das letzte Brückenstück wird voraussichtlich am Montag ausgehoben. Die Zerteilung der Tragwerke im Rheinvorland sowie die Rekultivierung beider Vorländer inklusive der Dammböschungen erfolgen bis zum Frühling 2020.