Verkehr weiter zentrales Thema in Feldkirch

Thematisch dichte Diskussion vor leerem Saal im Montforthaus.
Feldkirch Die Coronakrise war deutlich spürbar im großen Saal des Montforthauses, denn die sechs Spitzen- und Bürgermeisterkandidaten in der Stadt Feldkirch diskutierten ohne Saalpublikum. Inhaltlich spielte das Virus dann aber keine Rolle, die beiden Diskussionsleiter David Breznik (ORF) und VN-Redakteur Tony Walser sorgten dafür, dass Themen, die die Stadt beschäftigen, im Fokus der Aufmerksamkeit standen.
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Den Auftakt bildete wenig überraschend der Verkehr. Der Stadttunnel, der Feldkirch seit Jahrzehnten beschäftigt, polarisiert die Stadtpolitik noch immer. Während Bürgermeister Wolfgang Matt (64) und FP-Spitzenkandidat Daniel Allgäuer (55) klar Stellung für das 250-Millionen-Euro-Großprojekt bezogen, sah das bei den anderen Vertretern nicht so aus. Christoph Alton (66) von der Plattform WIR plädiert für eine Verbindung der beiden Rheintalautobahnen im Bereich Kummenberg. Eine Idee, die früher auch die Neos vertraten, deren Spitzenkandidat Georg Oberndorfer sich aber jetzt, nach dem Ende der Prozesse, für die Umsetzung aussprach. Marlene Thalhammer (64) engagiert sich seit jeher gegen das Projekt und bekräftigte weiter ihre Kritik an fehlenden Zahlen: Die Verzögerer seien in Wahrheit die VP und das Land. Auch SP-Chefin Brigitte Baschny (61) ist gegen den Tunnel, er würde mehr statt weniger Verkehr bringen. Aber auch andere offene Verkehrsthemen wurden diskutiert. Allen voran der Schleichwegverkehr über die Letze, gegen den Anrainer Sturm laufen. Bürgermeister Matt sieht hier keine Möglichkeit für ein temporäres Fahrverbot, denn das würde die Bärenkreuzung zusätzlich belasten. Er werde nicht an einem Ort eine „Flaniermeile“ errichten und andere Stellen unbeachtet lassen.

Bei der Diskussion um die Stadtfinanzen war das Montforthaus Thema. Dieses legt jährlich ein Millionendefizit hin, für Matt eine „Investition in die Bürger“. Besonders die von der Stadt betriebene Dachgastronomie steht in Feldkirch in der Kritik. Für Allgäuer ein Beispiel, „wie man es nicht macht”. Im Bereich des Klimaschutzes waren sich alle über die Wichtigkeit einig. Umweltstadträtin Thalhammer warnte davor, sich auf Lorbeeren auszuruhen. Die zuletzt erhaltene Auszeichnung sei nicht zuletzt Zukunftsprojekten geschuldet, diese müsse man aber auch umsetzen.
Am Ende ließ Bürgermeister Matt aufhorchen. Denn auf die Frage, ob er für die volle Periode zur Verfügung stehe, sagte er klar Ja, das kam doch überraschend.
Die letzte Wahldiskussion ist am 12. März in Bludenz. VN.at übertragt ab 20 Uhr live.