100 Schüler an der HTL Dornbirn am Mittwoch nach Hause geschickt

Sie hatten außerschulisch Kontakt mit einem Verdachtsfall. Direktor Michael Grünwald spricht von Präventivmaßnahme.
Dornbirn Dass am kommenden Montag die mit 1000 Schüler zweitgrößte berufsbildende höhere Schule des Landes, die HTL Dornbirn, ihren ordentlichen Betrieb einstellen muss, ließ die Stimmung der Betroffenen am Mittwochnachmittag noch weiter sinken. “Wir haben schon in der Früh die Schüler von vier Klassen, insgesamt 100 Jugendliche, nach Hause geschickt”, erzählt Direktor Michael Grünwald (58). “Es war dies eine reine Präventivmaßnahme. Schüler aus diesen Klassen hatten am Freitagabend während einer außerordentlichen Veranstaltung Kontakt mit einem Coranavirus-Verdächtigen.”
Traurige Schüler
Dass der normale Unterricht ab Montag für unbestimmte Zeit ausfällt, gefällt an der HTL Dornbirn niemandem. Nicht einmal den Schülern selbst. “Wir haben damit keine Freude. Es nützt uns ja auch nichts, weil wir den Stoff sowieso nachholen müssen”,meint Chantal Kobelt (17). Sie besucht die 4. Klasse AWL-Logistik. Was der Schülerin richtig weh tut: “Wir hätten nach Ostern eine Auslandswoche in Amsterdam. Die wird jetzt abgesagt. Dabei haben wir uns so sehr darauf gefreut.”
Auch Klassenkollegin Vanessa Lazic (18) ist alles andere als erfreut über die vorübergehende Schließung der Schule ab kommendem Montag. “Was nützt uns das? Wir müssen in ständiger Bereitschaft bleiben, um jederzeit wieder zu erscheinen. Abgesehen davon bekommen wir ja Arbeitsaufträge.” Verstört haben Vanessa die Gerüchte in der Schule: “Weil wir zwei Verdachtsfälle hatten, gab es sofort Gerüchte, dass die Schule zugesperrt habe. Das ist ärgerlich.” Ivana und Luca, der die erste Klasse Chemie besucht, teilen die Haltungen ihrer Schulkolleginnen und Kollegen. Luca findet es gut, “dass man jetzt etwas macht”.
Problem Praxisunterricht
Direktor Grünwald will das mit dem Verdachtsfall präzisieren. “Bei uns gab es keinen Verdachtsfall. Richtig ist, dass Schüler unserer Schule mit einer Person, die als Coronavirus-Verdachtsfall gilt, bei einer außerschulischen Veranstaltung Kontakt hatten. Wir wollten deshalb keinerlei Risiko eingehen und haben alle Schüler von vier Klassen, in welche die Veranstaltungsbesucher gehen, nach Hause geschickt.”
Sorgen bereiten nicht nur dem Direktor der Ausfall des Werkstätten- und Laborunterrichts. “Den kann man ja nicht online von zu Hause aus machen. Dazu braucht es Anwesenheit in den entsprechenden Räumlichkeiten.” Wie man diesbezüglich jetzt vorgehen kann, beschäftigt auch Werkstättenlehrer Franz Fraisl (50). “Es kann nicht sein, dass wir diese dringend benötigten Stunden einfach verlieren. Wir brauchen Lösungen.”
“Wir müssen versuchen, den Werkstättenunterricht durchführen zu können.”
Michael Grünwald, Direktor HTL Dornbirn
Einiges zu klären
Das sieht auch der Schulleiter so. “Wir müssen versuchen, den praktischen Unterricht in Kleingruppen durchführen zu können”, pflichtet er seinen Kollegen bei. Mehrere Praktika von HTL-Schülern finden auch am WiFi statt. “Vielleicht kann man das als außerschulische Aktivität etikettieren”, sehen die Pädagogen einen möglichen Ansatz zur Umsetzung des Praxisunterrichts. Diese und andere Fragen werden an der HTL Dornbirn heute und am Freitag zu klären sein. In puncto theoretischer Unterricht ist dem Direktor nicht bange. “Darauf sind wir vorbereitet.”