Zivildienst als Türöffner

Vorarlberg / 10.03.2020 • 14:00 Uhr
Zivildienst als Türöffner
Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger besuchte gemeinsam mit Landesrat Christian Gantner den Sunnahof Tufers. Die Beschäftigten der Lebenshilfe-Einrichtung zeigten ihre Arbeitsplätze, die Zivildiener ihre jeweiligen Tätigkeitsfelder. VN/PAULITSCH

Die Lebenshilfe profitiert vom Zivildienst nicht nur durch die direkten Arbeitsleistungen.

Göfis Seit zwanzig Jahren besteht der Sunnahof der Lebenshilfe in der Göfner Parzelle Tufers. Über 60 Menschen mit Einschränkungen finden in der Einrichtung eine Beschäftigung. Dazu kommen knapp 50 Mitarbeiter der Lebenshilfe, die sich mit und um die Beschäftigten kümmern. Außerdem beschäftigt die Lebenshilfe am Sunnahof auch noch fünf Zivildiener, die in den Abteilungen Gastronomie, Gärtnerei, Stall, Tischlerei sowie dem Wohnheim arbeiten. Für die Einrichtungen wichtige Mitarbeiter, wie Sunnahof-Geschäftsführer Christof Zangerle erklärt. Aber der Zivildienst habe auch noch eine weitere wichtige Funktion für Einrichtungen wie die Lebenshilfe, die im Jahresschnitt 69 Zivildiener anstellt, erklären Zangerle und Lebenshilfe-Chefin Michaela Wagner-Braito: “Der Zivildienst ist wichtig, um jungen Männern die Berufe im sozialen Bereich näherzubringen”, erklären sie die Bedeutung des Dienstes als Türöffner für Sozialberufe.

Tatsächlich schildert einer der Zivildiener am Sunnahof im VN-Gespräch, dass der Dienst in der Einrichtung sein Zukunftsbild komplett verändert habe. Er werde nach dem Zivildienst ein freiwilliges Sozialjahr im Ausland machen und dann die Kathi-Lampert-Schule für Sozialberufe besuchen. Viele andere Zivildiener würden nach ihrem Dienst eine Ehrenamtsvereinbarung unterzeichnen und beispielsweise bei Veranstaltungen mithelfen, erzählt Zangerle.

Auch die tierischen Bewohner des Sunnahofs staunten über den Wirbel im Stall. <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
Auch die tierischen Bewohner des Sunnahofs staunten über den Wirbel im Stall. VN/Paulitsch

Die fünf Zivildiener am Sunnahof haben am Montag prominenten Besuch erhalten. Die für sie zuständige Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger machte sich ein Bild von der Einrichtung und den Aufgaben der Zivildiener. Die gaben ihr auch Wünsche mit auf den Weg: mehr Flexibilität bei den Wochenenddiensten oder bei Überstunden etwa. Man werde sich das in der Zivildienstagentur anschauen, heißt es aus Köstingers Büro.

In Vorarlberg kommen derzeit gut 950 Zivildiener auf rund 1080 Plätze. Köstinger erklärte am Rande des Besuchs, dass durch die Teiltauglichkeit, die morgen im Ministerrat auf den Weg gebracht werden soll, die zuletzt größer werdende Kluft zwischen Bedarf und Nachfrage wieder verkleinert werden könne.

Die Sunnahof-Zivildiener über ihren Dienst

Ich arbeite seit dem 1. Dezember in der Gastronomie des Sunnahofs mit. In der bisherigen Zeit habe ich schon sehr viele Erfahrungen gesammelt. Der Zivildienst hat mein Zukunftsbild komplett verändert, ich möchte nach dem Dienst ein soziales Auslandsjahr machen. Später möchte ich die Kathi-Lampert-Schule besuchen. <strong>Christoph Metzler,</strong> 18 Jahre <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
Ich arbeite seit dem 1. Dezember in der Gastronomie des Sunnahofs mit. In der bisherigen Zeit habe ich schon sehr viele Erfahrungen gesammelt. Der Zivildienst hat mein Zukunftsbild komplett verändert, ich möchte nach dem Dienst ein soziales Auslandsjahr machen. Später möchte ich die Kathi-Lampert-Schule besuchen. Christoph Metzler, 18 Jahre VN/Paulitsch
Ich bin seit dem 1. Jänner als Zivildiener am Sunnahof. Ich wollte eigentlich in die Landwirtschaft, aber auch die Arbeit in der Gärtnerei gefällt mir sehr gut, vor allem die Außeneinsätze. <strong>Samuel Morscher,</strong> 20 Jahre <span class="copyright">VN/Paulitsch </span>
Ich bin seit dem 1. Jänner als Zivildiener am Sunnahof. Ich wollte eigentlich in die Landwirtschaft, aber auch die Arbeit in der Gärtnerei gefällt mir sehr gut, vor allem die Außeneinsätze. Samuel Morscher, 20 Jahre VN/Paulitsch
Mir wurde die Zivildienststelle in der Landwirtschaft am Sunnahof von Freunden und Bekannten empfohlen. Ich wollte nicht in einem Büro sitzen, beruflich komme ich vom Bau. Es macht hier einfach auch wahnsinnig viel Spaß. <strong>Jan Bösch</strong>, 19 Jahre <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
Mir wurde die Zivildienststelle in der Landwirtschaft am Sunnahof von Freunden und Bekannten empfohlen. Ich wollte nicht in einem Büro sitzen, beruflich komme ich vom Bau. Es macht hier einfach auch wahnsinnig viel Spaß. Jan Bösch, 19 Jahre VN/Paulitsch