Pfarrkirche Schruns wird zum Münster

Erstmalige Erhebung einer österreichischen Pfarrkirche zum Münster.
schruns Große Freude gab es am Wochenende in der Pfarrkirche zum hl. Jodok in Schruns und weit darüber hinaus, denn das Gotteshaus wurde als erste Pfarrkirche Österreichs zu einem Münster erhoben. Diese Ehre wird dabei nur jenen Einrichtungen zuteil, die strenge Kriterien erfüllen. So muss die Kirche zum Beispiel eine große Bedeutung für die Region haben und auch eine dementsprechende Größe, was laut Bischof Benno Elbs durchaus auf das Schrunser Schmuckstück zutraf bzw. zutrifft: „Die Pfarrkirche Schruns hat eine große Bedeutung für das religiöse Leben im Montafon. Diesem Umstand wird mit der Erhebung zur Münsterkirche Rechnung getragen.“
Kirchen als Mittelpunkte
Pfarrer Hans Tinkhauser ist es dabei zu verdanken, dass dieses österreichische Novum auch wahr wurde. Dieser war zu Besuch im Ulmer Münster, wo er einen Kollegen fragte, was die Voraussetzungen für eine Münstererhebung seien. Da er diese alle als erfüllt sah, stellte er bei seiner Rückkehr gemeinsam mit dem Schrunser Pfarrkirchenrat das Ansuchen an die Diözese Feldkirch, welchem auch von Bischof Elbs stattgegeben wurde.
In seiner Predigt betonte der Bischof, dass Kirchen zwar der geografische Mittelpunkt zahlreicher Gemeinden seien, oft aber nicht der Mittelpunkt des Lebens. „Trotzdem ist jede Kirche mit ihrem in den Himmel ragenden Turm ein sichtbares Zeichen für die Verbindung zwischen Himmel und Erde“, sagte der Bischof. Er stellte dabei das Ganzheitliche in einer Kirche in den Vordergrund. So sei eine Kirche wie der Petersdom, dessen Kuppel eine ganz einfache architektonische Logik aufweise: „Jeder Stein liegt auf dem anderen, jeder stützt sich gegenseitig.” So funktioniere auch eine Pfarrgemeinde – tragen und getragen werden. Weiter sei dies auch eine schöne Metapher für das Leben, wo man auch am Anfang und am Ende getragen werde.

Bei der Messe, die von über 1000 (!) Menschen besucht wurde, verlas Werner Ganahl, stellvertretender Vorsitzender des Pfarrkirchenrats, das Dekret, in welchem sich Bischof Elbs wünschte, dass “die Pfarrgemeinde Schruns darin gestärkt wird, ein Ort des lebendigen Glaubens und ein Ort der aufmerksamen Nächstenliebe zu bleiben”. Auch eine Gedenktafel wurde im Kircheninneren angebracht. “Der Titel Münster ist eigentlich ein rein bischöflicher Ehrentitel”, informiert Pfarrer Hans Tinkhauser. “Durch den Titel wird die Kirche aber in gewisser Weise hervorgehoben.” So seien jetzt schon aus dem ganzen Land Anfragen für Konzerte eingelangt, auch als Wallfahrtskirche erlangt die Münsterkirche Schruns eine neue, große Bedeutung. “Mit so großen Dimensionen hatten wir anfangs gar nicht gerechnet”, gibt Pfarrer Tinkhauser zu.
Neben der zahlreich erschienenen politischen Prominenz des Montafons sowie Landeshauptmann Markus Wallner wohnten auch Bischof Klaus Küng und Bischof Elmar Fischer der Münstererhebung bei. Der Bundespräsident und der Erzbischof übermittelten ihre Grußbotschaften. Die Festmesse wurde von Montafoner Vereinen – den Kirchenchören von Schruns und Bartholomäberg unter der musikalischen Leitung von Johannes Pfefferkorn, dem Chörle Vrwäga unter der Leitung von Annabarbara Pfefferkorn, den Montafoner Alphornfreunden und von einem Bläserensemble der Harmoniemusik Schruns, dirigiert von Florian Stemer – umrahmt.