Im Biosphärenpark Großes Walsertal wird eifrig geforscht

Vorarlberg / 10.03.2020 • 14:30 Uhr
Im Biosphärenpark Großes Walsertal wird eifrig geforscht
Bezirkshauptmann Johannes Nöbl, LAbg. Andrea Schwarzmann, Fernando Ruiz Peyre, Nils Unthan, Regio-Managerin Regina Rusch, Biosphärenpark-Managerin Anna Weber, Regio-Obmann Josef Türtscher (v. l.). BI

Vortrag von Fernando Ruiz Peyre und Nils Unthan im biosphärenpark.haus in Sonntag.

Sonntag Unlängst gab es im biosphärenpark.haus die spannende Möglichkeit, in die Welt der Forschung einzutauchen. Zwei renommierte Experten, Fernando Ruiz Peyre und Nils Unthan von der Universität Innsbruck und dem Institut für Integrative Gebirgsforschung, stellten ihre Forschungsprojekte vor. Zwischen dem Biosphärenpark Großes Walsertal und der Uni Innsbruck besteht seit 15 Jahren eine Forschungsgruppe. Für die Universität zeichnet die Arbeitsgruppe für Entwicklungs- und Nachhaltigkeitsforschung (AGEF) rund um Prof. Martin Coy verantwortlich. Die AGEF beschäftigt sich mit humangeografischen Themen wie Umweltpolitik und -planung, der Transformation der gesellschaftlichen Beziehung zur Natur oder Partizipation und soziale Inklusion. Im Rahmen dieser Kooperation konnten im Biosphärenpark Großes Walsertal schon einige Forschungsfragen genauer untersucht werden, die letzten großen Projekte waren „REPA“ 2005 und „REPA Next“ 2014. Ende des Jahres 2019 erfolgte für weitere zwei Forschungsprojekte der Startschuss.

Fernando Ruiz Peyre leitet und koordiniert ein 2,5-Mill.-Euro-Projekt, das direkt von der EU finanziert wird. An dem Projekt HIGHLANDS 3 sind 42 Partner aus der ganzen Welt beteiligt, so auch das Große Walsertal. Ziel dieses Projekts ist es, ein globales Netzwerk in Gebirgsregionen aufzubauen und die Synergien einzelner Projektpartner möglichst gut zu nutzen. Ein Lernen voneinander sowie der Austausch mit möglichst vielen Experten rund um Problemstellungen in der eigenen Region werden durch dieses Projekt ermöglicht.

Biosphärenparks kooperieren

Nils Unthan leitet seinerseits das Forschungsprojekt CRAFT, an dem neben dem Großen Walsertal auch der Biosphärenpark Engiadina Val Müstair beteiligt ist. Die Züricher Hochschule für angewandte Forschung ist ebenfalls involviert. In dem auf drei Jahre angesetzten und vom MAB-Programm finanzierten Projekt geht es um die Entstehung von kreativen Initiativen. Es gilt herauszufinden, in welcher Weise Biosphärenparks auf deren Entstehung einwirken. Ein weiteres Ziel ist es, solche Strukturen und Initiativen zu finden, aber auch zu unterstützen. Zwischen den Akteuren Großes Walsertal und Engiadina Val Müstair soll ein reger Austausch entstehen. „Es gilt die Bereiche zu erkennen, in denen man sich von der Natur entfremdet hat und diesen durch Innovation entgegenzuhalten“, erklärte Unthan.

Es gebe mehrere Ansätze, sich wieder der Natur anzunähern, erklärte Peyre: „Mit der Natur zu leben ist unsere Zukunft, aber zugleich auch unsere Vergangenheit. Wir kennen eigentlich oft schon die Möglichkeiten, wie ein Leben im Einklang mit der Natur möglich wäre. Forschung ist hierbei als Unterstützung wichtig, denn man schützt nur das, was man kennt.“ Forschung bildet eins der Kernthemen von Biosphärenparks. In dieser Hinsicht sind diese auch Modellregionen. „Wir schätzen uns glücklich, uns in dieser Forschungskooperation zu befinden, aus der schon zahlreiche Projekte entstanden sind. Diese bedeuten zugleich auch einen großen Mehrwert für die Region“, zeigte sich Anna Weber, Geschäftsführerin des Biosphärenparks Großes Walsertal, begeistert. BI