Bludenzer Gesundheitsagenden an einem Ort konzentriert

Vorarlberg / 07.03.2020 • 16:00 Uhr
Bludenzer Gesundheitsagenden an einem Ort konzentriert
In der Spitalgasse sollte die Einrichtung umgesetzt werden – zuerst will die Stadtvertretung aber alles prüfen lassen. VN/JLO

Antrag zur Initiierung von Haus der Gesundheit in Spitalgasse wurde vertagt.

Bludenz Vor Kurzem wurde in der Bludenzer Stadtvertretung über den weiteren Verlauf bei der Initiierung eines Arzthauses in der Spitalgasse diskutiert. Grundsätzlich waren sich dabei die Bludenzer Stadtvertreter alle einig: Ein Haus mit verschiedenen Gesundheitseinrichtungen wäre eine gute Sache für die Alpenstadt. Nur der Zeitpunkt des Antrags der Liste Mario Leiter, direkt vor den Gemeindewahlen am 15. März, stieß einigen sauer auf.

Für und Wider

„Das hat für mich ein Geschmäcken. Ich bin der Meinung, dass man das bis nach der Wahl vertagen sollte. Das ist bestimmt ein Entwicklungsprojekt, nicht aber so kurz vor der Wahl“, sagte etwa Stadtrat Christoph Thoma (ÖVP).Vizebürgermeister Mario Leiter hielt dem entgegen, dass es bereits mehrere Interessenten wie Physiotherapeut Martin Valazza oder den Kardiologen Daniel Gfrerer gebe.
Weiter überraschte die regierende Partei, die Bludenzer ÖVP, dass es auch vonseiten des Landes Pläne für ein allgemeinmedizinisches Vorsorgezentrum nicht weit vom geplanten Standort gebe. Auch sei nicht geprüft worden, ob sich der Standort für ein entsprechendes Arzthaus eigne und ob der Platz nicht langfristig für eine mögliche Tunneleinfahrt (würde in der Zukunft eine Stadtumfahrung realisiert werden) freigehalten werden sollte.

Geteilte Meinung

Unterstützung erhielten die Antragssteller von Joachim Weixlbaumer von der Bludenzer FPÖ: „Es geht ja nicht darum, schnell ein Grundstück zu verkaufen, sondern um einen Grundsatzbeschluss. Wir sollten darüber diskutieren, in welche Richtung es gehen soll“, sagte er. Die Bludenzer Grünen hingegen waren demgegenüber skeptisch, gerade auch wegen des Zeitpunkts des Antrags. „Ich kenne die Fläche und weiß, welche Kubatur man da hinstellen kann“, sagte Wolfgang Maurer. Auch forderte er vor der Fassung eines Grundsatzbeschlusses weitere Informationen.

Nach der Wahl

Nach einer langen Diskussion, bei welcher sich beide Seiten Wahlkampftaktik vorwarfen, betonten die Volksvertreter, dass sie sich „zu einer nachhaltigen Gesundheitsversorgung in Bludenz bekennen“. Der Bürgermeister und die Stadtverwaltung sollen im Rahmen dieses Bekenntnisses Gespräche mit den Projektbetreibern des Hauses der Gesundheit führen. Der Antrag selbst wurde bis auf nach der Gemeindewahl vertagt.