Die Jugend trifft auf offene Politikerohren

Die Bundesjugendvertretung traf sich in Bregenz mit den Landesjugendreferentinnen.
Bregenz Was will die Jugend? Um das herauszufinden, startete 2017 ein europaweiter Beteiligungsprozess. Tausende Jugendliche erstellten elf Kernforderungen, die sogenannten Youth Goals. Am Donnerstag und Freitag trafen sich in Bregenz auf Einladung der Bundesjugendvertretung (BJV) 55 Jugendliche, um diese Ziele zu diskutieren. Am Freitag stellten sie ihre Ziele den Jugendlandesrätinnen der Bundesländer vor; auch sie trafen sich in Bregenz zur Konferenz. Die Politikerinnen waren begeistert.

Die elf Youth Goals lauten: Die EU mit der Jugend zusammenbringen, Gleichberechtigung für alle Geschlechter, inklusive Gesellschaften, Information und konstruktiver Dialog, psychische Gesundheit und Wohlbefinden, Jugend im ländlichen Raum voranbringen, gute Arbeit für alle, gutes Lernen, Räume und Beteiligung für alle, ein nachhaltiges und grünes Europa, Jugendorganisationen und Jugendprogramme. “Wir haben uns mit drei Goals beschäftigt”, erläutert BJV-Vorsitzende Isabella Steger den VN. “Mit der Jugend im ländlichen Raum, mit guter Arbeit und dem guten Lernen. Wir haben uns gefragt, wo in diesen Bereichen Handlungsbedarf in Österreich besteht.” Der bestehe vor allem bei der Infrastruktur im ländlichen Raum. “Der öffentliche Verkehr muss ausgebaut werden. Und es braucht alternative Verkehrskonzepte”, fährt Steger fort. “Außerdem benötigt es mehr Ausbildungs- und Bildungsmöglichkeiten im ländlichen Raum.”

Die Politik nimmt die Forderungen ernst, wie die fünf anwesenden Landesjugendreferentinnen nach ihrem Treffen betonen. Der Gastgeber, Landeshauptmann Markus Wallner, erklärt: “Vor allem der Fokus auf die Infrastruktur im ländlichen Raum hat uns überrascht.” Das Treffen der Referentinnen drehte sich vor allem um die Frage, wie die Länder mit der neuen Bundesregierung in Jugendfragen zusammenarbeiten. Das österreichweite Öffi-Ticket um rund 1000 Euro (1-2-3-Ticket) ist für Wallner ein Beispiel, bei dem es Zusammenarbeit braucht.

BJV-Vorsitzende Steger ist guter Dinge: “Wir sind optimistisch, dass die Politik die Themen aufnimmt. Aber wie sie tatsächlich umgesetzt werden, liegt natürlich nicht in unseren Händen.”