Abfahrverbot erhitzt die Bludenzer Gemüter

Vizebürgermeister Mario Leiter wirft Bürgermeister Mandi Katzenmayer Untätigkeit vor. Dieser kontert.
Bludenz Mitte November 2019 hat der Bludenzer Stadtrat einen Antrag beschlossen, wonach ein saisonales Abfahrverbot auf der Autobahn im Raum Bludenz nach dem Vorbild von Salzburg und Tirol geprüft werden soll. Das Ansinnen zielt darauf ab, an Samstagen sowie an Sonn- und Feiertagen temporäre Fahrverbote bei den Ausfahrten zwischen Nenzing-Bludesch und Wald/Arlberg zu erwägen.
Seit dem Beschluss der Stadtvertretung ist es um diesen Antrag ruhig geworden, bis Vizebürgermeister und Antragsteller Mario Leiter Noch-Bürgermeister Mandi Katzenmayer in dieser Angelegenheit Untätigkeit vorwarf. Der Antrag liege noch immer auf dem Schreibtisch des Bürgermeisters und sei nicht an das Land weitergeleitet worden, so der Vorwurf Leiters. In einer Aussendung hat Leiter ein schnelleres Arbeitstempo in Bludenz gefordert. “Der Bürgermeister muss unverzüglich die nächsten Schritte einleiten“, so Mario Leiter.
„Ich kann die Aussagen von Vizebürgermeister Leiter nicht verstehen“, kontert der scheidende Bludenzer Stadtchef. In Sachen Abfahrverbot habe es bereits Anfang Februar einen Termin mit dem Land Vorarlberg gegeben. „Gemeinsam mit den Bürgermeistern der Regio Klostertal und Experten des Landes und der Exekutive haben wir uns beim zuständigen Landesrat Marco Tittler getroffen“, berichtet Katzenmayer.
Erfahrungen der Nachbarn
Als nächster Schritt sollen nun Zahlen und Fakten gesammelt werden. Auch die Erfahrungen aus Tirol und Salzburg seien zu berücksichtigen. „Wir wollen wissen, ob die Maßnahmen unserer Nachbarn überhaupt erfolgreich waren. Wenn es keine deutliche Verbesserung gibt, können wir uns das gleich sparen“, betont Katzenmayer die Unterschiede zum Tiroler Modell. Dort seien nur Gemeindestraßen und keine Landesstraßen gesperrt. „Wir wollen zudem, dass bei möglichen baulichen Maßnahmen die Bevölkerung rechtzeitig miteinbezogen wird“, sagt der Bludenzer Bürgermeister. Weitere Überlegungen der Asfinag zur Entwicklung der Verkehrssituation seien schon länger ausständig. Diese werden jetzt auch vom Land eingefordert.
Leiter habe sich schlicht nicht informiert, ärgert sich Katzenmayer. „Einmal nachfragen hätte genügt“, so der Stadtchef abschließend.
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