Narren überall
Ausgerechnet mitten hinein in den Reigen der Maskenbälle platzieren Schuldenberatungen ihre Bilanzen. Mit 28.000 Euro stehen Österreichs junge Männer unter 25 heute durchschnittlich in der Kreide. Am Start ins Berufsleben ist das eine mittlere Katastrophe.
Was Schulden und Fasching gemeinsam haben? Zumindest den Rausch der Verwandlung, denn da wie dort ist Verkleidung die Triebfeder. Der Mensch wäre halt so gern ein anderer. Sobald er denken kann, vergleicht er sich. Immer hat er das entscheidende Bisschen weniger als die anderen.
Die einen wollen nur eine Ballnacht lang Cowboy und Indianer, Prinzessin und Superheld sein. Die anderen haben grundsätzlich keine Lust, sich zu bescheiden. Sie wollen auch mitmischen in der großen Konsumorgie. Ganz gleich, ob es das eigene Konto hergibt. Deshalb pflastern heute hauptsächlich Konsumkredite für Onlinebestellungen den Weg auf zu großem Fuß. Der große Unterschied: Ein Faschingsnarr wacht anderntags verkatert auf, mittags aber ist er wieder nüchtern. Der Konsumnarr bezahlt seine Lust an der Verkleidung oft ein Leben lang.
Thomas Matt
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