Sulner Urgestein Karl Frick nimmt nach 44 Jahren den Hut

Vorarlberg / 18.12.2019 • 11:15 Uhr
Gemeindesekretär Karl Frick mit Bürgermeister Karl Wutschitz und seinem Nachfolger Daniel Nowak. <span class="copyright">Egle</span>
Gemeindesekretär Karl Frick mit Bürgermeister Karl Wutschitz und seinem Nachfolger Daniel Nowak. Egle

Karl Frick verabschiedet sich nach 44 Jahren in der Gemeinde Sulz in die Pension.

Sulz Wenn sich Karl Frick nach seinem letzten Arbeitstag am 30. Dezember in seine wohlverdiente Pension verabschiedet, dann geht nicht nur eine Gemeindelegende, sondern mit ihm eine enorme Menge an Wissen und Erfahrung. Frick, der nach der Handelsschule einen kurzen beruflichen Ausflug in die Firma Nägele Bau machte, um dann nach dem Grundwehrdienst per 1. September 1975 in den Gemeindedienst einzutreten. Der damalige Bürgermeister Willi Baur hatte ihn dazu überredet. Zehn Jahre war Frick für die Buchhaltung verantwortlich, exakt am 1. September 1985 wurde er Gemeindesekretär.

Paragrafendschungel und Papierkrieg

Seitdem hat sich so manches in Sulz verändert: die Gemeinde ist von 1900 Einwohnern auf 2700 angewachsen, was früher persönlich und unbürokratisch umgesetzt wurde, hat sich zum Paragrafendschungel und Papierkrieg entwickelt. „Früher hat ein einfaches Wort gereicht, heute muss alles schriftlich erfolgen.“ Damals kannte Frick fast jeden Sulner persönlich, durch den Zuzug hat sich das verändert. Trotzdem empfindet er, dass das Gemeindeamt als sehr positiv und persönlich wahrgenommen wird, wenn auch viele Anfragen kommen, die nicht in die Zuständigkeit der Gemeinde fallen: „Was man vor ein paar Jahrzehnten persönlich unter Nachbarn geregelt hat, landet nun als Beschwerde im Rathaus, wenn nicht sogar beim Rechtsanwalt“, bedauert Frick.

Stolz ist er darauf, dass es in Sulz stets um die Sache ging und Parteipolitik nie eine Rolle gespielt hat. Die Digitalisierung erleichtert so manche Arbeitsschritte wie etwa Banküberweisungen, aber durch den zunehmenden Verwaltungsaufwand ist man vom papierlosen Büro weiter entfernt denn je. Interessantes Detail: die Mitarbeiterzahl hat sich kaum verändert. Bestand das Kernteam der Gemeinde vor 40 Jahren aus fünf Mitarbeitern inklusive Bürgermeister, sind es nun gerade mal sechs. Profitiert hat man von Gemeindekooperationen wie etwa in Sachen Baurecht und Finanzverwaltung.

Aktive Pension

Eines steht für den 64-Jährigen fest, langweilig wird ihm im Ruhestand nicht werden. Der ehemalige aktive Fußballer ist weiterhin als Kassier beim FC Sulz tätig und sitzt im Vorstand der Agrargemeinschaft. Auch möchte er sich um die Gemeindegeschichte kümmern. Das Archiv will der passionierte Hobbyhistoriker aufarbeiten, am Ende könnte vielleicht ein Buch entstehen. Den Sulner Kalender mit alten Fotos, den er seit 13 Jahren herausgibt, wird es weiterhin geben. Dazwischen soll sich auch mal die eine oder andere Reise mit seiner Frau ausgehen, natürlich zu historischen Stätten. Einen Tipp für seinen Nachfolger Daniel Nowak hat Frick, der in seinen 44 Jahren im Übrigen nur drei Bürgermeister (Willi Baur 1975–1980, Adalbert Gut 1980–2005, Karl Wutschitz seit 2005) erlebt hat, nicht wirklich: „Jeder hat seinen Stil, der Daniel wird in die Rolle sicher schnell hineinwachsen.“ CEG

Zur Person

Karl Frick ist seit 1. September 1975 im Dienst der Gemeinde Sulz

Geboren 5. Jänner 1955

Familienstand verheiratet, zwei Kinder (Sohn und Tochter)

Hobbys Geschichte, Fußball, Skifahren, Wandern