Alberschwender Initiative geht gegen Bauprojekt auf die Barrikaden

„Damit wird eine neue Dimension aufgemacht”, kritisieren die Mitglieder. Die Gemeinde relativiert.
Alberschwende In der Parzelle Schwarzen in Alberschwende soll eine neue Wohnanlage entstehen. Geplant sind knapp 40 Wohnungen in vier Gebäuden, die je zur Hälfte von der Wohnbauselbsthilfe und von Holzbau Sohm errichtet werden. Die Bauverhandlung fand in der vergangenen Woche statt, sehr zum Unmut der Initiative BNZ65, die sich gegen das Projekt wehrt.
„Damit wird eine neue Dimension aufgemacht“, sind Klaus und Norbert Bereuter überzeugt. Das Elternhaus der Brüder befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zur geplanten Wohnanlage. „Durch die Höhe ist der Wohnbereich ein halbes Jahr komplett im Schatten“, kritisiert Klaus Bereuter und rechnet vor: „Die Tiefgarage wird einfach auf das Gelände gesetzt. Damit man sie nicht siehr, wird zum Güterweg Schwarzen hin ein drei bis vier Meter hoher Damm aufgeschüttet. Oben drauf kommen vier Gebäude mit einem vier Meter hohen Dachstuhl.“

Sechs Stockwerke
Die Bereuters und ihre Mitstreiter sehen durch die Pläne das Räumliche Entwicklungskonzept (REK) der Gemeinde in gleichmehreren Fällen ad absurdum geführt. „Das Gebäude ist ,in den Hang zu stellen‘, Gebäudestellung und Gebäudekonzeption müssen auf das Gelände reagieren, Geländeveränderungen sind weitestgehend hintanzuhalten“, steht dort unter anderem. Selbiges gelte für die Anzahl der Geschoße. Laut REK sind in Alberschwende “bei einem Steildach auch drei Geschoße mit ausgebautem Dachgeschoß möglich.” Klaus und Norbert Bereuter kommen im Fall Wohnanlage Schwarzen allerdings auf bis zu sechs Stockwerke. “Wenn man richtig rechnet, dann fällt ein halbes Geschoß schon an, weil die Tiefgarage am tiefsten Punkt über einen Meter über dem ursprünglichen Gelände liegt. Das Dachgeschoß mit vier Meter Höhe wird als 1,5 Stockwerke gezählt”, sagt Klaus Bereuter und verweist auf die Baubemessungsverordnung. Hauptkritikpunkt Nummer drei: Die “massiv überhöhte” Baunutzungszahl (BNZ) von 64,92.
“Konform mit dem REK”
Bürgermeisterin Angelika Schwarzmann (60) entgegnet: Das vorliegende Projekt sei durchaus konform mit dem REK der Gemeinde. “Die Leitlinien gelten auch für Mehrfamilienhäuser, allerdings ist eine Überschreitung möglich, wenn externe Fachleute einbezogen werden und öffentliche Interessen in besonderem Maß berücksichtigt werden”, erläutert sie. Dem Bauverfahren sei ein offenes Verfahren unter Einbezug der Interessensgruppen vorangegangen. Mit der Aufschüttung werde auf die topografischen Gegebenheiten und das landschaftliche Gesamtbild Rücksicht genommen. “Bei der Bauverhandlung wurde das Projekt entsprechend behandelt. Nun sind die Baurechtsverwaltung und die BH mit der Beurteilung am Zug”, ergänzt Schwarzmann.

