Face App: Vorarlberger Promis um Jahrzehnte gealtert

Vorarlberg / 25.07.2019 • 16:15 Uhr
Schauspieler und Designer Mike Galeli (51) hat die App getestet.
Schauspieler und Designer Mike Galeli (51) hat die App getestet.

Millionen Menschen, darunter viele Promis, lassen sich mithilfe der Face App digital altern. Datenschützer warnen.

Schwarzach Stars und Sternchen zeigen sich auf Facebook, Instagram und Co. meistens von ihrer Schokoladenseite und greifen dazu gerne mal in die digitale Trickkiste. Mit Filtern und Photoshop teilen sie mit ihren Followern perfekt inszenierte Fotos, bei denen man vor Neid fast erblassen könnte. Mit dem Hype um die Face App schlägt der Trend um das perfekte Foto genau in die andere Richtung. Mit der neuen Funktion der Fotobearbeitungsapp, die seit zwei Jahren auf dem Markt ist, machen sich die Promis einen Spaß daraus, sich um Jahrzehnte altern zu lassen, ganz nach dem Motto: Alt ist das neue Jung.

Mithilfe einer ausgeklügelten Technologie lässt die App Gesichter nicht nur jünger werden, sondern auch um 40 Jahre altern. Das Programm erzeugt Bilder mit täuschend echt aussehenden tiefen Falten, runzliger Haut und graumelierten Haaren. Fotos von plötzlich gealterten Menschen fluten derzeit förmlich die sozialen Netzwerke. Unter dem Hashtag #FaceAppChallenge finden sich auf Instagram knapp 180.000 Beiträge. Jeden Tag kommen Tausende dazu.

Nicht DSGVO-konform

Doch die App der russischen Entwicklungsfirma Wireless Lab gerät bei Datenschützern vermehrt in die Kritik. “Die hochgeladenen Bilder können von dem Unternehmen kostenlos auch in kommerziellem Kontext verwendet werden, und zwar in Verbindung mit dem Namen und Usernamen. Theoretisch könnte die App laut den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) Plakate mit dem Gesicht und dem Namen drucken, um für die App zu werben. Allerdings sind die AGB ziemlich sicher unzulässig, man könnte also dagegen klagen”, informiert Iwona Laub von der Grundrechts-NGO epicenter.works.

Datenschützer sind sich einig, dass die Face App nicht mit der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) konform ist. “Es gibt keine Datenschutzerklärung, die Angabe eines Datenschutzbeauftragten fehlt und es wird nicht angegeben, wo die Fotos hochgeladen werden”, sagt Laub und informiert, dass die Daten einer Recherche von Forbes zufolge nicht in Russland, sondern auf Servern von Google und Amazon in den USA, in Singapur und Australien landen. Man könne nur darauf vertrauen, dass die Bilder, wie vom Betreiber angegeben, nach 48 Stunden wieder vom Server gelöscht werden. “Wer auf den Spaß trotzdem nicht verzichten möchte, sollte darauf achten, nicht seinen echten Namen zu verwenden.”

Schauspielerin Laura Bilgeri hat die App getestet.
Schauspielerin Laura Bilgeri hat die App getestet.
Laura Bilgeri um viele Jahre gealtert.
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Miss Vorarlberg Nina Wolf (21).
Miss Vorarlberg Nina Wolf (21).
Nina Wolf hat die App ebenfalls getestet.
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Poolbar-Chef Herwig Bauer (46).
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Herwig Bauer um einige Jahrzehnte gealtert.
Herwig Bauer um einige Jahrzehnte gealtert.