Das neue Gesicht in der Propstei

Vorarlberg / 21.06.2019 • 07:00 Uhr
Das neue Gesicht in der Propstei
Personelle Veränderungen in der Propstei.KLENOVEC

Propstei geht den Weg der touristischen Neuausrichtung.

St. Gerold Durch eine groß-angelegte Generalsanierung der Propstei St. Gerold unter Propst Kolumban Reichlin wurde über die letzten Jahre enorm viel bewegt. Mit der Umsetzung der letzten Bauetappe, die für das kommende Jahr angesetzt ist, steht diese nun unmittelbar vor dem Abschluss. Damit einher ging eine deutliche Öffnung im touristischen sowie im gastronomischen Bereich. Seit vergangenem Dezember leitet Sonja Feurstein als neue Betriebsleiterin vorrangig die touristischen Agenden und wagt eine akzentuierte Neuausrichtung.

Sonja Feurstein ist seit kurzem Teil des Teams.krs
Sonja Feurstein ist seit kurzem Teil des Teams.krs

Wann wurden Sie erstmalig auf die Propstei St. Gerold aufmerksam?

Ich habe immer viel Gutes von der Propstei St. Gerold gehört, hatte immer die aktuellen Jahresprogramme, fand aber immer „Ausreden“ nicht nach
St. Gerold zu gehen.

Mit ihrer Funktion haben Sie eine große Verantwortung für die Propstei übernommen. Wie gehen Sie damit im Alltag um?

Ich muss meine Aufgabe nicht allein tragen, eigentlich trägt letztendlich unser Pater Kolumban diese Aufgabe auch vollkommen mit. Mein direkter und manchmal „kantiger“ Bregenzerwälder Führungsstil wird hin und wieder infrage gestellt. Aber ich hoffe, dass ich mit meinem Engagement der Propstei einen Dienst tun kann.

Wie waren Ihre ersten Eindrücke, Erfahrungen mit den Menschen vor Ort und der Talbevölkerung?

Die Eindrücke waren immer sehr beeindruckend und die Menschen sind mir gegenüber sehr offen und zuvorkommend. Bemerkenswert ist, dass in dieser Region die ausdrückliche Naturverbundenheit und dazu der besondere Stolz der Einheimischen auffallend zu spüren sind.

Seit der großen Generalsanierung der Propstei hat man sich touristisch noch mehr geöffnet. Wie sieht die künftige touristische und gastronomische Ausrichtung unter Ihrer Führung aus?

Die Fokussierung ist durch den Ort grundsätzlich schon ausdrücklich und spürbar gegeben. Äußerste Priorität haben in weiterer Zukunft das Qualitätsdenken und das Bestreben danach. Die Sensibilisierung auf den Kraftort, die besondere Ruheoase, den Ort, an dem „Entschleunigung“, Auszeit, Kraft-tanken, Sinnesfindung stattfinden können, wird ebenso Thema wie die Suche nach den eigenen Visionen sein.

Die Spiritualität in diesen historischen Gemäuern ist allgegenwertig. Wird dadurch nur eine gewisse Gästeschicht angesprochen?

Nein, der Geist von St. Gerold spricht jeden an, der es zulässt, sich eine Auszeit zu gönnen, mit sich selbst ins Reine zu kommen, klare Strukturen zu kreieren. Es darf sich jeder angesprochen fühlen.

Propst Kolumban vorgenommen, gibt es die Möglichkeit mitzugestalten?

Die kulturellen und spirituellen Aspekte werden nach wie vor von Pater Kolumban Reichlin vorgegeben und hauptsächlich im Rohentwurf gestaltet. Wir sind die Ausführenden, die das Angebot mit der entsprechenden Wirtschaftlichkeit konzeptionieren. Natürlich haben wir alle dazu auch ein entsprechendes Mitsprache- und Mitwirkungsrecht.

Wo trifft man Sie in Ihrer Freizeit und bleibt noch Zeit für etwaige Hobbys?

Ich übe mein Hobby permanent aus und lebe die Vision einer Unternehmerin mehr oder weniger täglich und das von ganzem Herzen. Ich bin auch dafür dankbar, dass ich für die Propstei St. Gerold mit seiner tausendjährigen Historie und für das Große Walsertal etwas bewegen kann. KRS

Zur Person

Sonja Feurstein

seit Dezember 2018 bei der Propstei

Geboren 1. Mai 1966

Laufbahn Handelsschule in Bregenz, Bankausbildung und Beschäftigung in diesem Bereich über mehrere Jahre, zwölf Jahre lang Führung eines eigenen Hotelbetriebs in St. Christoph am Arlberg, Weiterbildung in der Hotellerie, einige Managementkurse in Innsbruck, 7,5 Jahre Geschäftsführung Hotel Lagant in Brand