Altacher sollen über Kiesprojekt abstimmen

Vorarlberg / 29.05.2019 • 11:45 Uhr
Max Hartmann und Bernhard Weber wollen, dass die Altacher Bevölkerung über das geplante Kiesprojekt entscheidet. Egle
Max Hartmann und Bernhard Weber wollen, dass die Altacher Bevölkerung über das geplante Kiesprojekt entscheidet. Egle

Bürgerliste Altach will eine Volksabstimmung über Projekt in der Altacher Studa starten. Gemeindewahlbehörde prüft jetzt den Antrag.

Altach „Wir wollten nicht weiter auf den Bescheid der BH warten, sondern sind bewusst vorgeprescht, um endlich alle Fakten auf den Tisch zu bekommen“, erklärt Bernhard Weber, Fraktionsobmann der Bürgerliste Altach/Die Grünen das Vorgehen. Zusammen mit seinem Stellvertreter Max Hartmann überbrachte er Bürgermeister Gottfried Brändle gestern den Antrag zur Durchführung einer Volksabstimmung über das geplante Kiesabbauprojekt in der Altacher Studa.

Dabei geht es um ein zehn Hektar großes Feld, auf dem rund 1,5 Millionen Kubikmeter Kies abgebaut und dann mit Aushub wieder verfüllt werden sollen. Die VN berichteten. Inhaltlich geht es den beiden vor allem um die Verkehrsfrage: Laut Gemeinde ist mit etwa 23.500 Lkw-Fahrten pro Jahr zu rechnen. Einem Autobahnanschluss im Bereich der Raststätte Rosenberger, welchen die Gemeinde ins Spiel gebracht hat, können die beiden Initiatoren nichts abgewinnen: „Über diese Lösung reden wir schon seit vielen Jahren“, doch sie glauben nicht an eine rasche Umsetzung. „Wir befürchten, dass das Projekt von der ÖVP durchgepeitscht wird und dann dürfen die Altacher auf eine Verkehrslösung  hoffen. Außerdem ist der Ausbau beim Rosenberger weder realistisch noch sinnvoll, denn auch dann geht der Verkehr durch das Naherholungsgebiet.”

“Wir befürchten, dass das Projekt von der ÖVP durchgepeitscht wird und dann dürfen die Altacher auf eine Verkehrslösung hoffen.”

Bernhard Weber

Seitens der Gemeindewahlbehörde hat Bürgermeister Gottfried Brändle den Antrag angenommen. Über den Zeitpunkt zeigte er sich überrascht: “Aus unserer Sicht war immer klar, dass wir zuerst alle Gutachten aller Sachverständigen auf dem Tisch haben wollen und dann aufgrund aller Fakten entscheiden möchten.” Die Verkehrsproblematik ist auch Brändle klar, eine Entscheidung bzw. Umsetzung sei aber erst ab 2024/25 nötig. Die Gemeindewahlbehörde hat jetzt vier Wochen Zeit zur Prüfung des Antrags, dann weitere zwei Wochen zur Veröffentlichung. Ab dann haben die Initiatoren acht Wochen Zeit, um Unterschriften zu sammeln. Die Volksabstimmung wäre spätestens am 22. Dezember. Brändle will aber die Fristen nicht ausreizen, um einen Wahlkampf im Advent zu verhindern.CEG