Urlauber der Alpenregion haben mit Gästekarte freie Fahrt durch ganz Vorarlberg

Vorarlberg / 20.05.2019 • 18:00 Uhr
Urlauber der Alpenregion haben mit Gästekarte freie Fahrt durch ganz Vorarlberg
Jährlich buchen rund zwei Millionen Gäste Urlaub in Vorarlberg und tätigen mehr als neun Millionen Nächtigungen.DANIEL ZANGERL

Urlaubsgäste des Brandnertals, Klostertals und Bludenz können erstmals sämtliche Bahn- und Busverbindungen in ganz Vorarlberg nutzen.

Bludenz Vorarlberg galt schon zuvor als Vorzeigebeispiel in Sachen öffentliches Verkehrsangebot. Mit einem Pilotprojekt soll das attraktive Angebot nun auch für Urlaubsgäste weiter ausgebaut werden. Ab diesem Sommer können Urlaubsgäste des Brandnertals, Klosterals und der Alpenstadt Bludenz mit ihrer Gästekarte erstmals sämtliche Bahn- und Busverbindungen in ganz Vorarlberg nutzen. Das Angebot soll den Urlaubsgästen den Umstieg vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel erleichtern und das allgemeine Verkehrsaufkommen im Land reduzieren. “Die Gäste haben die Möglichkeit, nicht nur die unmittelbare Tourismusregion, in der sie sich befinden, zu besuchen. Mit der Gästekarte können sie das gesamte Land und sein vielfältiges Kulturangebot bereisen und kennenlernen”, sagt Landestatthalter und Aufsichtsratsvorsitzender der Vorarlberg Tourismus GmbH, Karlheinz Rüdisser. Die Gästekarte galt bislang nur für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel im jeweiligen Aufenthaltsort. 60.000 Gäste nutzten diese Karte, die zudem zahlreiche Ermäßigungen und Gratisleistungen umfasst, alleine im vergangenen Jahr, informiert Kerstin Biedermann-Smith, Geschäftsführerin der Alpenregion Vorarlberg. “Wir wollen mit der Erweiterung des Projekts nicht nur einen Beitrag zur Entlastung des Verkehrs leisten, sondern den Gästen auch einen Mehrwert bieten.”

Zwei Millionen Urlaubsgäste jährlich

Jährlich buchen rund zwei Millionen Gäste Urlaub in Vorarlberg und tätigen mehr als neun Millionen Nächtigungen. Dazu kommen jährlich rund zwei Millionen Tagesgäste, informiert Rüdisser. Das Pilotprojekt entspreche in hohem Maße der Tourismusstrategie 2020, die auf den Prinzipien der Regionalität, Gastfreundschaft und Nachhaltigkeit aufbaut. Die Gästekarte gehe auch mit dem bundesweiten “Plant T” konform. Dieser sieht für Österreich kein geringeres Ziel vor als die Entwicklung zur nachhaltigsten Tourismusregion der Welt. Ziel von Vorarlberg Tourismus und Verkehrsbund Vorarlberg ist es, dieses Projekt nach einer zweijährigen Testphase in allen Urlaubsregionen Vorarlbergs umzusetzen.

Landesrat Johannes Rauch gibt sich bei der Projektpräsentation optimistisch. Alleine bei der Bahn gäbe es Zuwachsraten von zehn Prozent pro Jahr. “Wir haben in den Talschaften ein gut ausgebautes öffentliches Verkehrsnetz mit einer dichten Taktung. Dieses Netz wollen wir möglichst vielen Gästen möglichst einfach zugänglich machen”, ist sich Rauch sicher. Einen großen Stellenwert nimmt laut Rauch auch der grenzüberschreitende Ausbau des Bahnangebotes ein. “Unser Ziel ist es, den Anteil der Urlaubsgäste, die mit öffentlichen Verkehrsmittel anreisen, deutlich zu erhöhen.”

Finanzierung über Gästetaxe

Die Finanzierung der Gästekarte erfolgt über die Gästetaxe. “Die Nutzung des öffentlichen Verkehrsnetzes ist nicht gratis, sondern erfolgt zu dem Preis, zu dem ihn auch Vorarlberger nutzen”, sagt Christian Hillbrand, Geschäftsführer des Verkehrsbundes Vorarlberg.

Derzeit reisen 93 Prozent aller Urlaubsgäste mit dem Pkw an, lediglich sieben Prozent nutzen die öffentlichen Verkehrsmittel. “Wir wollen uns Richtung 20 Prozent bewegen”, sagt Christian Schützinger, Vorarlberg-Tourismus-Geschäftsführer. “Mit dem neuen Projekt setzen wir einen wichtigen Schritt, dieses Ziel erreichen zu können.”