Initiative Ludesch macht gegen Betriebserweiterung mobil

Bürger stellen Antrag auf Volksabstimmung.
Ludesch Die geplante Betriebserweiterung des Fruchtsaftherstellers Rauch sowie des angrenzenden Aludosenerzeugers Ball im Betriebsgebiet Hängender Stein lässt die Wogen in Ludesch weiter hochgehen. Um eine Erweiterung der beiden Konzerne zu ermöglichen, sollen in einer ersten Ausbauphase 6,5 Hektar, in einer zweiten sogar zehn Hektar aus der Landesgrünzone herausgelöst werden.
Bereits im Vorjahr hatte sich in diesem Zusammenhang die Initiative Ludesch formiert, um gegen den geplanten Ausbau mobil zu machen. Nun ging die Initiative einen Schritt weiter. Unter Federführung von Biobauer Walter Zerlauth und seiner Stellvertreterin Hildegard Hartmann wurde Ludeschs Bürgermeister Dieter Lauermann ein Antrag auf die Durchführung einer Volksabstimmung auf Gemeindeebene übergeben. „Wir setzten diesen Schritt, da wir der Meinung sind, dass Fragestellungen mit solch weitreichenden Konsequenzen für die Bevölkerung von dieser selbst entschieden werden sollen“, begründet Zerlauth. Bei den Flächen im Neugut handle es sich um wertvolle Ackerböden, ein Wasserreservoir für die Zukunft und ein beliebtes Naherholungsgebiet. Nachsatz: „Auch die kommenden Generationen brauchen Gestaltungsspielraum und ausreichend Freiflächen mit ökologischem Potenzial.“
Der Ball liegt nun also bei der Gemeinde. „Wir haben uns jahrelang mit dieser Thematik befasst und stehen zu den Maßnahmen, die wir im Zuge des REK getroffen haben“, schickt Bürgermeister Lauermann voraus. „Tatsache ist, dass sich das Verfahren noch bis zum 6. Mai in der Auflage befindet“, so das Ludescher Gemeindeoberhaupt weiter. Seitens der Gemeinde gelte es nun, die nächsten Schritte zu setzen, wie es im Gemeindegesetz vorgesehen ist. „Das beginnt mit der rechtlichen Prüfung des eingebrachten Antrags.“
Gegenüber den VN spricht Lauermann von 430 bis 450 Unterstützungserklärungen, die erforderlich sind, um die Durchführung der Volksabstimmung zu erwirken. „Sollte es zur Volksabstimmung kommen, wird letztlich der Bürger das letzte Wort haben. Dann kann es durchaus passieren, dass das Projekt gekippt wird.“