Entscheidung über Kiesabbau bei den Paspelsseen

Die Agrargemeinschaft Altgemeinde Altenstadt hat heute Beschluss zu neuem Kiesabbau im Bereich des Naherholungsgebiets zwischen Feldkirch und Rankweil auf der Tagesordnung.
Feldkirch Die Paspelsseen zwischen Feldkirch und Rankweil sind ein beliebtes Naherholungsgebiet. Entstanden sind sie aus dem Kiesabbau mehrerer Unternehmen. Jetzt gibt es Überlegungen für eine Neuerschließung zwecks weiteren Kiesabbaus. Die grüne Stadtvertreterin Nina Tomaselli machte bereits im März darauf aufmerksam. Damals hatte die Stadtpolitik ein vorliegendes Projekt bestritten. Tomaselli zeigt sich vor allem darüber besorgt, dass es zu einer Rückkehr der Nassbaggerung kommen könnte. Diese gefährdet laut einer Studie aus den 90er-Jahren das Grundwasser. Jetzt sei klar, dass es schon sehr konkrete Pläne gebe. Immerhin steht heute auf der Vollversammlung der Agrargemeinschaft Altgemeinde Altenstadt ein Tagesordnungspunkt “Beratung und Beschlussfassung zum Abbau und der Verwertung von mineralischem Rohstoff im Bereich Paspels” auf dem Programm.

Agrar-Obmann Robert Ess bestätigt auf VN-Anfrage dass hier heute Abend ein Beschluss anstehe. Er zeigt sich aber auch verärgert über das Vorgehen der grünen Politikerin. Sie habe sich nie direkt an die Agrar gewendet. Bei den angesprochenen Teilen des Feldkircher Naherholungsbereichs handle es sich um Privatgrund der Agrargemeinschaft, den diese gerne abschnittsweise der Bevölkerung zur Verfügung stelle. Die Seen seien erst durch die Nassbaggerungen entstanden. “Weder das Wasser noch das Naherholungsgebiet sind in irgendeiner Form bedroht”, erklärt Ess. Dass Nassbaggerungen unter bestimmten Auflagen wieder zugelassen würden, sei zudem auf einen Beschluss der Vorarlberger Landesregierung, also auch der Grünen, zurückzuführen. Heute soll jedenfalls die Vollversammlung entscheiden, ob man ein Projekt vorantreiben werde. Das scheint wahrscheinlich. Immerhin betont Ess, dass man für kommende Woche bereits Termine, unter anderem mit Umweltlandesrat Johannes Rauch, vereinbart habe.
“Weder das Wasser noch das Naherholungsgebiet sind durch das Projekt in irgendeiner Form bedroht.”
Robert Ess, Obmann Agrargemeinschaft Altgemeinde Altenstadt
Ess betont die Vorteile eines möglichen Projekts. Aus dem früheren Abbau sei die hohe Qualität des vorhandenen Kieses bekannt, zudem sei es durch das vor Ort bestehende Kieswerk mittels Förderband möglich, ohne Lkw-Fahrten das Material direkt zur Aufbereitung zu bringen. Nicht äußern wollte sich Ess zur Höhe der zu erwartenden Einnahmen. Ohne vorliegendes Projekt gäbe es auch keine Abbaumenge. Dass es um sehr viel Kies gehen könnte, geht aus einem Sager von Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser hervor, der in einer Landtagssitzzung meinte: “Dort sind Kiesmengen vorhanden, dass wir für die nächsten 200 Jahre ausreichend Material hätten.”