Die Motorschiffe auf dem Bodensee starten wieder durch

Vorarlberg / 09.04.2019 • 21:00 Uhr
Aye, aye, Käpt'n! Auch Isabella aus Wolfurt ist bereit für die neue Saison. VN/Steurer
Aye, aye, Käpt’n! Auch Isabella aus Wolfurt ist bereit für die neue Saison. VN/Steurer

Die Vorarlberg Lines nehmen am Wochenende Kurs auf die neue Saison.

Bregenz Wenn sich Vorarlberg-Lines-Geschäftsführer Alexandro Rupp ein Wetter wünschen könnte, dann wären das 24 Grad und eine leichte Bewölkung. „Der Sommer 2018 mit der doch sehr starken Hitzewelle hat uns eher zu schaffen gemacht“, sagt er. In der Bilanz zum abgelaufenen Geschäftsjahr steht trotzdem überall ein Plus. Mehr Passagiere, mehr beförderte Fahrräder, mehr zurückgelegte Schiffskilometer und mehr Umsatz (siehe Factbox). „Das resultiert vorwiegend aus dem sehr schönen Frühjahr und dem sehr schönen Herbst, der sich bis in den Oktober hinein gezogen hat“, erläutert Rupp.

700.000 Euro investiert

Einiges vorgenommen haben sich die Vorarlberg Lines auch für 2019. Über den Winter wurden laut Rupp 700.000 Euro in die aus sechs Schiffen bestehende “Weiße Flotte” investiert. Der Großteil davon, nämlich 500.000 Euro, floss in die Generalsanierung des Motorschiffs (MS) Austria. Pünktlich zum 80. Geburtstag sticht die Bodensee-Legende mit restaurierten Holzdecken und Holzwänden, neuen Innenböden und einem neuen Anstrich in See. Der Startschuss für die neue Saison fällt am kommenden Sonntag (14. April) um 9.10 Uhr mit dem Kurs Lindau-Friedrichshafen-Meersburg-Mainau, einem Captain’s Brunch auf dem MS Stadt Bregenz und dem „Tag der Schifffahrt“ mit halbstündlichen Rundfahrten in der Bregenzer Bucht. Kurz darauf folgen der Familien-Schiffletag (1. Mai) und die MS-Austria-Jubiläumsfahrt (18. Mai). Das Dreideck-Motorschiff wurde im Jahr 1939 unter dem Namen Ostmark fertiggestellt und nach dem Zweiten Weltkrieg von den Österreichischen Bundesbahnen übernommen und umgetauft. “1945 wurden alle Schiffe, die in Lindau und Bregenz stationiert waren, in die Schweiz abgeschleppt. Dadurch wurde auch die Austria vor der Zerstörung gerettet”, führt Alexandro Rupp aus. Neben der Kursschifffahrt hat die Bodenseeschifffahrtsgesellschaft auch heuer wieder über 50 Eventfahrten im Programm, darunter zwei dreitägige Kreuzfahrten. „Die Frühlingskreuzfahrt ist schon ausgebucht“, freut sich der Geschäftsführer.

Konkurrenzschiff

Neu ist in dieser Saison nicht nur die Internetseite vlb.today, auf der die Passagiere mit E-Mail-Adresse und Kreditkarte am Smartphone ein Ticket lösen können, sondern auch die Konkurrenzsituation auf dem See. Wie berichtet, läuft das Motorschiff Oesterreich nach jahrelangen Restaurierungsarbeiten an Ostern in Hard vom Stapel. „Wir sehen es als hundertprozentiges Konkurrenzschiff”, betont Alexandro Rupp. Man dürfe nicht übersehen, dass in unmittelbarer Nähe eine neue Schifffahrtsgesellschaft entsteht, “mit kompletter Infrastruktur und gewissem Kapital.” Für ihn persönlich gibt es allerdings nur eine Vision: “Die Schiffe am österreichischen Ufer unter einem Dach zu führen, eine starke Bodenseeschifffahrt zu betreiben und sich nicht gegenseitig zu schwächen.“

Saison 2018

Passagiere gesamt 560.453 (+2,7 Prozent)

Passagiere Kursverkehr 456.568 (+1,8 Prozent)

Passagiere Eigenverkehr und Charter 103.885 (+7,1 Prozent)

Fahrräder 14.599 (+24,4 Prozent)

zurückgelegte Schiffskilometer 74.763 (+4,5 Prozent)

Umsatz 5.407.170 (+6,3 Prozent)