Corinna Amann vom Projekt „plastikfreier.com“ zu Gast in der Bibliothek Montafon

Plastik-Expertin Amann referierte über den schonenden Umgang mit Ressourcen.
Schruns Jede Minute landet eine Lkw-Ladung Plastikmüll im Meer. Bald gibt es mehr Plastik im Meer als Fische, und nahezu jeder Mensch hat heute schon Mikroplastik in sich – diese und viele weitere Fakten zeugen davon, wie wichtig es ist, sich aktiv mit dem Problem Plastik auseinanderzusetzen. Rund 50 Besucher ließen sich deswegen dieser Tage einen spannenden Vortrag von Corinna Amann vom Projekt „plastikfreier.com“ in der Bibliothek Montafon nicht entgehen.
Schlüsselmomente
Nicht erst seit die EU ein Verkaufsverbot von Einweg-Kunststoffartikeln beschlossen hat, ist das Thema Plastik wieder in aller Munde. „Die Menschen sind in den vergangenen Jahren deutlich sensibler geworden“, sagt auch die Satteinserin Corinna Amann. „Meine ersten Vorträge über plastikfreieres Leben vor vier Jahren habe ich vor fünf Personen gehalten – heute sind es oft Dutzende Zuhörer.“ Der Neubau ihres Hauses, die Geburt ihrer Tochter und der Dokumentarfilm „Plastic Planet“ waren dabei Schlüsselmomente, die Amann im Jahr 2015 zu dem Experiment „Plastikfreier“ bewegten.
Aus den ehemals angepeilten 130 Tagen bis zum Einzug in das neue Haus sind mittlerweile fast vier Jahre geworden. Vieles hat sich seitdem im Leben von Corinna Amann verändert. „Ausschließlich zum Positiven“, wie sie sagt. Ein erster Schritt dazu sei, das Konsumverhalten zu ändern. „Wir müssen wieder vom Konsumenten zum Verbraucher werden.“ Dazu zähle auch, darauf zu schauen, von wo das Essen komme. „Das Brot vom Bäcker, die Milch vom Bauern, Obst und Gemüse vom Markt – es gibt viele Wege, regionale Wertschöpfung zu erreichen“, betont Amann.
Plastikfreier leben
Ein weiterer Schritt sei es, keine abgepackten Dinge zu kaufen. „Früher wurde in den Geschäften vieles offen verkauft, Lebensmittel in Glas gelagert. Das ist auch heute wieder im Kommen.“ Grundsätzlich gelte es nun, Dinge in Glas und nicht in Plastik verpackt zu kaufen, Holz- statt Plastikbretter in der Küche zu verwenden, bei Kosmetika wegen zahlreicher Inhaltsstoffe zweimal hinzuschauen. „Ganz plastikfrei leben geht eigentlich nicht, aber plastikfreier – und je mehr, desto besser.“