Zoff um TeenSTAR erreicht jetzt Vorarlberg

“Der Beitrag ist die Ansicht von Pfarrer Reinhard Himmer und weder meine noch unsere”, sagt Werner Huber als Obmann des VP-Seniorenbundes. VN
Umstrittener Aufklärungsverein sorgt mit Beitrag in Landes-Seniorenbundzeitung “Der Express” für Wirbel.
Bregenz, Wien Das Programm des christlichen Sexualkundevereins TeenSTAR ist laut zwei Analysen für das Bildungsressort wegen Falschinfos und teils menschenrechtlich bedenklichen Aussagen in Schulungsmaterial nicht für den Einsatz an Schulen geeignet. Weil der Verein laut Bildungsministerium aktuellere, unbedenkliche Unterlagen vorgelegt hat, darf er aber weiter an Schulen aktiv sein. Grüne und SP fordern ein Verbot.
Verein ist auch im Land aktiv
Grüne und Vertreter der SP fordern ein Verbot. Ende vergangenen Jahres waren Schulungsmaterialien des Vereins öffentlich geworden, in denen Homosexualität als heilbares Identitätsproblem und Selbstbefriedigung als schädlich dargestellt sowie kein Sex vor der Ehe und natürliche Empfängnisverhütung propagiert wurden. Derzeit wird vom Ministerium geprüft, ob das Angebot des christlichen Vereins mit dem Lehrplan vereinbar ist. Der Verein ist auch hierzulande an mehreren Schulen aktiv und gibt Kurse zu Sexualpädagogik. Dabei wird etwa die Sexualität als “Fruchtbarkeit als Gabe und Aufgabe” gesehen. Ein Beitrag in der Landeszeitung des VP-Seniorenbundes “Der Express”, in dem der Geistliche Reinhard Himmer den Aufklärungsverein mit Lob überhäuft, sorgt jetzt für Wirbel. Zumal am Schluss des Beitrags von Himmer ein Danke für eine Spende von 1878 Euro zu lesen ist.
Huber: “Das ist Pfarrer Himmers persönliche Ansicht”
“Das ist die persönliche Ansicht von Pfarrer Himmer und weder unsere noch meine”, betont Werner Huber als Obmann des Vorarlberger Seniorenbundes. Außerdem gehe es bei der Spende um Geld für die Hungerhilfe der Caritas, das habe mit dem Text des Pfarrers nichts zu tun, sagt Huber auf VN-Anfrage. Daniel Zadra (Grüne) kritisiert hingegen den Beitrag auf das Schärfste. „Wir leben im Jahr 2019. Wer Selbstbefriedigung als schädlich, Enthaltsamkeit als Verhütungsmittel und Homosexualität als heilbar bezeichnet, ist ungeeignet für den Sexualkundeunterricht unserer Kinder. Das sehen auch die unabhängigen Gutachten des Ministeriums so.“