Wo sich Preise für Wohnungen im Land verdoppelt haben

Vorarlberg / 21.03.2019 • 17:00 Uhr
Wo sich Preise für Wohnungen im Land verdoppelt haben
Leistbares Wohnen in Vorarlberg ist in den Fokus gerückt: die Preise für Eigentumswohnungen haben sich mancherorts innerhalb von zehn Jahren verdoppelt. VN/Steurer

Götzis, Hohenems, Schruns, Lech: 2009 waren hier Wohnungen noch zum halben Preis zu haben.

Schwarzach Bauland ist rar, das Land selbst für viele Zuwanderer attraktiv. Vorarlberg zählt zu jenen Regionen, die mit ungewöhnlich hohen Preissteigerungen zu kämpfen hat. Wohnen ist teuer geworden. Wie sehr die Preise angezogen haben, zeigt eine VN-Analyse von Wohnungsverkäufen vor zehn Jahren und heute. Im Grundbuch sind für die Jahre 2009 und 2018 gesamt 6035 Kaufverträge hinterlegt. Eine Auswertung der erzielten Erlöse dokumentiert den dramatischen Anstieg. In einzelnen Gemeinden hat sich der Quadratmeterpreis verdoppelt. Deutlich teurer ist er überall geworden.

Für das gesamte Bundesland gilt: Vor zehn Jahren lag der durchschnittliche Preis pro Quadratmeter noch bei 2245,91 Euro. 2018 musste laut Kaufverträgen im Schnitt 3860,95 Euro bezahlt werden. Was an Stammtischen gefühlt argumentiert wird, lässt sich mit Zahlenmaterial untermauern: Wohnen ist mit einem Anstieg um 71 Prozent im Land zum Luxus geworden. Allerdings, so der Blick in die Kaufverträge, lag die Zunahme zwischen 2017 und 2018 nur noch bei drei Prozent. Eine gewisse Abkühlung des Marktes scheint erreicht. In einzelnen Orten gab es zuletzt gar einen leichten Rückgang.

Steile Preiskurve im Bezirk Bregenz

Am stärksten sind die Preise in den letzten zehn Jahren im Bezirk Bregenz gestiegen, wo sie im Schnitt heute bei 4155 Euro pro Quadratmeter liegen. Größere Gemeinden wie Hard mit 4159,67 (plus 70 Prozent) oder Wolfurt mit 4457,29 (plus 79 Prozent) zählen zu den Hochpreisorten. Fast verdoppelt haben sich die Kaufpreise in der Leiblachtalgemeinde Hörbranz, wo vor zehn Jahren der Quadratmeter noch für 1661,67 Euro zu haben war. Mittlerweile sind es 3210,11 Euro im Schnitt – 93,2 Prozent mehr als damals.

Große Nachfrage sorgt für hohe Preise. Das trifft die Entwicklung im Bezirk Dornbirn ziemlich gut. In keiner anderen Region des Landes wechseln so viele Wohnungen den Besitzer, allerdings muss dafür mittlerweile auch tief in die Tasche gegriffen werden. 3884 Euro (plus 69,7 Prozent) sind es im Bezirksschnitt, in Dornbirn selbst sind es 4153 Euro. Noch etwas zeigen die Daten: Hohenems hat mit 3671 Euro Lustenau (3598,23 Euro, plus 79,6 Prozent) überholt. In der Nibelungenstadt haben sich die Preise innerhalb von zehn Jahren mehr als verdoppelt (plus 104,7 Prozent).

Preise auch in Götzis verdoppelt

Ein paar Kilometer weiter, die gleiche Situation. Auch in Götzis kostet der Wohnungsquadratmeter heute doppelt so viel wie noch 2009 (jetzt 3785 Euro). Überdurchschnittliche Anstiege am Wohnungsmarkt gibt es zudem in der Stadt Feldkirch (3853, plus 77,9 Prozent) und Mäder (3637,99, plus 89 Prozent). Moderater sind die Zuwächse indes in Rankweil, wo die Steigerung bei knapp unter 50 Prozent liegt (3744 Euro)

Besonders dynamisch entwickelten sich die Preise im Oberland. Für den gesamten Bezirk Bludenz liegen die Steigerungen mit 66,1 Prozent zwar unter dem Vorarlberg-Wert. Einzelne Gemeinden tanzen aber kräftig aus der Reihe. Im Nobelort Lech liegt das Plus bei 138 Prozent (von 5138 Euro auf 12.236 Euro). Noch kräftiger ist der Anstieg in der Montafoner Gemeinde Schruns ausgefallen, wo heute 3713 Euro pro Quadratmeter fällig sind. 2009 waren es noch moderate 1401 Euro – womit sich ein Anstieg von 165 Prozent errechnen lässt. Auch in der Stadt Bludenz selbst, ist Wohnraum teuer geworden (plus 83,2 Prozent).

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