Die Happy-Coachin: Nadine Dunst-Ender will Frauen zu Selbstbewusstsein verhelfen

Vorarlberg / 26.02.2019 • 11:00 Uhr
Nadine Dunst-Ender: „Ich war schon immer ein Springinkerl.“ <span class="copyright">LSA</span>
Nadine Dunst-Ender: „Ich war schon immer ein Springinkerl.“ LSA

Nadine Dunst-Ender will Frauen zu Selbstbewusstsein verhelfen.

RANKWEIL „Ich setze mich leidenschaftlich für die Emanzipation ein“, sagt Nadine Dunst-Ender. Themen wie Perfektionismus, Unsicherheit und Selbstzweifel begleite viele Frauen, meint die 38-jährige Rankweilerin. „Deshalb findet man zu wenig Frauen in Führungspositionen. Das liegt nicht an einer schlechten Ausbildung, sondern es scheitert an der positiven Einstellung.“ Genau hier will Nadine Dunst-Ender unterstützen: „Dieser Gedanke, nicht gut genug zu sein, muss unbedingt aufhören.“ Deshalb gründete sie 2015 ihr Projekt Happy-Coaching. Ihr Ziel ist es, die Mentalität ins Positive zu lenken und sich selbst mehr Anerkennung zu schenken: „Das Gehirn lässt sich durch unsere Gedanken steuern. Man muss die Anziehungskraft der Gedanken richtig nutzen. Dadurch kann viel erreicht werden.“
Ein Interesse für Psychologie hatte die Coachin schon immer: „Ich wollte verstehen, wie der Mensch tickt. Das war für mich aber nicht greifbar.“ Bevor sie sich für die Ausbildung zum akademischen Mentalcoach entschied, absolvierte sie die HAK Feldkirch.

Traum erfüllt

Der Lehrgang im Mental College in Bregenz und Salzburg startete 2010, kurz nachdem Sohn Lennox zur Welt gekommen war. „Damit habe ich mir einen Traum erfüllt.“ 2014, nach der Geburt ihrer Tochter Skyla, machte sie sich als Happy-Coach selbstständig. Im Rahmen der Ausbildung konnte Dunst-Ender auch viel über sich selbst lernen: „Ich musste mich ausgiebig mit meinen Charaktereigenschaften befassen. Das tat gut.“ Dadurch habe sie ihre „dominante innere Kritikerin“ loslassen können. „Ich habe an mir ständig nach Fehlern gesucht. Aber auf Dauer machte das nicht glücklich. Man sollte mit sich selbst und dem Umfeld zufrieden sein“, betont die Coachin.

Fokus auf das Positive

Woher Nadine Dunst-Ender derzeit so viel positive Energie hat, weiß sie nicht: „Ich war schon immer ein aufgeweckter Mensch – ein Springinkerl.“ Diese Einstellung möchte sie im Happy-Coaching weitergeben. Mit praktischen Übungen sollen Selbstakzeptanz und Selbstvertrauen ihrer Klientinnen gestärkt werden. „Es ist typisch weiblich, schneller die eigenen Schwächen als die Stärken zu finden.“ Daher beginnt Dunst-Ender ihre Coaching-Einheiten mit einem „Stärkenbrainstorming“: „Jeder hat Gratistalente. Man muss die guten Eigenschaften an sich selbst suchen. Es lässt sich immer etwas finden.“ Zudem werde das alltägliche Engagement von Frauen, speziell von Müttern, als selbstverständlich angesehen. „Das verringert das Selbstbewusstsein. Familie, Haushalt und Job gleichzeitig zu meistern, ist aber nicht selbstverständlich.”

Aus der Norm hervorstechen

Von Geschlechterklischees hält die Coachin nicht viel. Nicht zuletzt deswegen, weil ihr das klassische Bild einer Hausfrau nicht liegt. Sie wird oft angefeindet, weil sie sich für ein Durchbrechen der Rollenklischees einsetzt. Aufhalten lässt sie sich aber nicht: „Frauenrechte sind ein wichtiges Thema. Das muss wahrgenommen werden.“

Bewusst wurde ihr dies im privaten Umfeld: „Vor ein paar Jahren bin ich mit meiner Freundin für zwei Wochen nach Australien gereist. Meine Mutter und meine Schwiegermutter machten sich Sorgen um meinen Mann und unsere Kinder. Sie dachten, er wäre aufgeschmissen ohne Frau im Haus. Ich fühlte mich, als ob ich meine Pflicht als gute Hausfrau verletzt hätte.“

Ihren zwei Kindern im Alter von neun und vier Jahren versucht sie jetzt schon ihre Ansicht über Rollenklischees zu vermitteln: „Ich will ihnen ein Vorbild sein.“ VN-LSA