TBC-Spur führt über die Grenze: Viele infizierte Tiere waren im Sommer in Tirol

VN / 23.04.2026 • 13:51 Uhr
In vielen Vorarlberger Viehställen fürchtet man sich jedes Jahr vor dem Auftauchen des TBC-Erregers. VN/Steurer
Derzeit sind in Vorarlberg sechs Betriebe wegen TBC gesperrt. VN/Steurer

Alle Tiere auf einem Hof im Bezirk Dornbirn gekeult, weiterer Betrieb gesperrt.

Bregenz Die schlechten Nachrichten von der TBC-Front reißen nicht ab: Wie die Landesveterinärabteilung am Mittwoch bekannt gab, mussten in einem landwirtschaftlichen Betrieb im Bezirk Dornbirn sämtliche Rinder getötet werden. Fest steht auch: Die Tiere des betroffenen Betriebs verbrachten den Sommer nicht in Vorarlberg, sondern auf einer Alpe außerhalb des Landes.

Warum die Fälle erst jetzt auftreten? Die ersten Untersuchungen waren laut Landesveterinärabteilung zunächst unauffällig. Die TBC-verdächtigen Veränderungen in der Lunge wurden demnach erst im Zuge einer Schlachtung sowie bei einem kurz darauf verendeten Tier festgestellt. Die daraufhin durchgeführte Bestandsuntersuchung zeigte, dass mehr als die Hälfte der insgesamt 21 Tiere infiziert ist. Da vor Kurzem mehrere Tiere aus diesem Betrieb in einen weiteren Betrieb im Bezirk Dornbirn überstellt wurden, wurde auch dieser Betrieb vorsorglich gesperrt und sechs Tiere zu diagnostischen Zwecken getötet. Die Untersuchungen der restlichen Tiere des Bestands laufen. Sobald gesicherte Untersuchungsergebnisse vorliegen, sollen weitere Informationen veröffentlicht werden.  

TBC-Spur führt über die Grenze: Viele infizierte Tiere waren im Sommer in Tirol
Der nächste Alpsommer steht bereits vor der Tür. VN/Paulitsch

Die gute Nachricht: Bei vier Betrieben im Bezirk Bregenz konnten die Sperren mittlerweile aufgehoben werden, nachdem die Ergebnisse der vorgeschriebenen Nachuntersuchungen im Abstand von zwei Monaten bei allen Tieren durchwegs negativ ausgefallen sind. Damit sind offiziellen Angaben zufolge aktuell zwei Betriebe im Bezirk Bregenz, drei Betriebe im Bezirk Dornbirn und ein Betrieb im Bezirk Bludenz gesperrt. Vier dieser sechs Höfe hatten ihre Tiere auf einer Alpe außerhalb Vorarlbergs, genauer gesagt im Tiroler Bezirk Reutte, teilt das Land auf Nachfrage mit. Die Tiere der beiden anderen gesperrten Betriebe wurden in den Bezirken Bregenz und Bludenz gealpt.

TBC-Spur führt über die Grenze: Viele infizierte Tiere waren im Sommer in Tirol
Vier von sechs Landwirten hatten ihre Tiere auf einer Alpe im Tiroler Bezirk Reutte. APA

Die Tuberkulose-Vorbeugungs- und Bekämpfungsstrategie werde weiterverfolgt, heißt es aus dem Landhaus: „Die gesetzten Maßnahmen zur Früherkennung und Eindämmung sind fachlich klar. Klar ist auch: Die Tiergesundheit endet nicht an der Landesgrenze. Die Landesveterinärbehörde steht während des gesamten Prozesses in engem Austausch mit dem zuständigen Bundesministerium, den anderen Bundesländern sowie Behörden angrenzender Regionen.“

Die Grünen forderten am Donnerstag einmal mehr ein umfassendes Konzept zur Eindämmung von TBC. Ein entsprechender Antrag soll am 6. Mai im Landwirtschaftsausschuss behandelt werden.