“Chörig” belebt die vier Elemente

Mitreißende Chormusik, starke Emotionen mit Frauenchor “Chörig” und “Tanzeck”.
Alberschwende Der Frauenchor “Chörig” nahm sein Publikum am vergangenen Samstag am Nachmittag und am Abend vor praktisch ausverkauftem Saal mit auf eine ebenso stimmungsvolle wie abwechslungsreiche Reise durch die vier Elemente – und zeigte dabei, wie lebendig und facettenreich Chormusik heute sein kann.

Schon zur Begrüßung durch Christa Baumann und Connie Feurstein wurde klar, dass dieser Konzertabend mehr sein wollte als eine bloße Abfolge von Liedern. Mit Gästen wie Bürgermeister Klaus Sohm und Chorverbandsvertreter Benno Winder im Publikum begann eine sorgfältig inszenierte Dramaturgie, die die vier Elemente nicht nur musikalisch, sondern auch emotional erlebbar machte.

Den Auftakt bildete das Element Wasser – sanft und kraftvoll zugleich. Mit “The River She Is Flowing” ließ der Chor eine ruhige, fast meditative Klanglandschaft entstehen, bevor mit dem schottischen Volkslied “Loch Lomond” Sehnsucht und Abschied in den Raum getragen wurden. Spätestens mit “How Far I’ll Go” aus Disneys “Vaiana” zeigte sich die stilistische Bandbreite des Ensembles. Ein rhythmisch anspruchsvoller Abschluss mit “Bring Me Little Water, Silvy” sowie eine tänzerische Interpretation durch die Gruppe “Tanzeck” machten das Element Wasser mit tollen Lichteffekten greifbar.

Deutlich intensiver wurde es im zweiten Teil: Feuer stand für Leidenschaft, Energie und auch Konflikt. Mit dem ungarischen “Szellö zug” und “I See Fire” von Ed Sheeran und Solo von Connie Feurstein setzte der Chor kraftvolle Akzente. Auch moderne Klänge wie “Funka Fliaga” fanden ihren Platz.
14 Lieder auswendig in vier Sprachen
Leichter präsentierte sich das Element Luft. Hier wurde deutlich, wie eng Atmung und Gesang miteinander verbunden sind. Stücke wie “Vuelie” oder “Blow the Wind Southerly” mit einem Solo von Antonia Sohm überzeugten durch feine Klangnuancen. Besonders hervorzuheben ist die jüngste Solistin Viktoria Baumann, die dem schwedischen Volkslied “Vem kan segla förutan vind” eine besondere Note verlieh.

Mit dem Element Erde fand der Abend schließlich zurück zur Ruhe und Besinnung. “Trees” nach einem Gedicht von Khalil Gibran sowie “Misty Mountains” aus “Der Hobbit” setzten einen getragenen, fast epischen Kontrapunkt. Mit Michael Jacksons “Earth Song” schlug der Chor zudem eine Brücke zu aktuellen gesellschaftlichen Fragen.

Neben der musikalischen Leistung überzeugte vor allem das Zusammenspiel aller Beteiligten. Karin und Daniel Meusburger mit ihrem Team von Tanzeck trugen mit vielfältigen Tanzstilen und imposanter Choreografiemusik von “Sophie” für alle vier Elemente bei.

Chorleiterin Katharina Simma führte das Ensemble mit spürbarer Energie und einem Gespür für Dynamik durch den Abend, während Pianistin Teresa Knauseder für die notwendige musikalische Basis sorgte. Auf die Frage, wie so viel Text auswendig gelernt wird, sagte die Sängerin Barbara Canaval: “Täglich mit Kopfhörer die aufgenommenen Lieder mitsingen – beim Bügeln, beim Zugfahren …”

Die “Liedermänner” folgen den Frauen
Am Ende blieb nicht nur viel Applaus, sondern der Eindruck eines durchdachten Gesamtkonzepts (vom Gemälde beim Eingang bis zur Kulinarik mit “Berliner Luft” und “feurigen Hotdogs”) mit unzähligen freiwilligen Helferstunden im Hintergrund. “Chörig” gelang ein Konzert, das unterhielt, berührte und mit modernem Tanz von “Tanzeck” beeindruckte – getragen von Gemeinschaft, Musikalität und einer spürbaren Freude am Singen. Am 2. Mai geht es musikalisch weiter: Die “Liedermänner” laden zu Konzerten “Laduma” mit Salto Vocale die Turnhalle ein.





