Eigengewächs übernimmt Bregenzer Amateure

Stefan Maccani wird ab Sommer Trainer der SW Bregenz Amateure.
Bregenz Es ist eine Geschichte, wie sie im Vorarlberger Fußball selten geworden ist: Einer, der gegangen ist, viel erlebt hat – und am Ende dorthin zurückkehrt, wo alles begonnen hat. Stefan Maccani übernimmt zur neuen Saison die Amateure von Schwarz-Weiß Bregenz und tritt damit die Nachfolge von Düzgün Schatz und Ivo Kralj an. Für den 37-Jährigen ist es eine Aufgabe, die weit über das Sportliche hinausgeht.
“Mein Stammclub ist eigentlich schon Schwarz-Weiß”, sagt Maccani. Zwar begann er als Dreijähriger kurz bei der Viktoria, “weil ich dort schon früh anfangen durfte”, doch seine fußballerische Identität formte sich in Bregenz. Vom Nachwuchs bis in die Kampfmannschaft durchlief er alle Stationen – und schrieb dabei seine eigenen kleinen Geschichten.
Eine davon erzählt er noch heute mit einem Schmunzeln: “Ich habe mit 15, 16 bei der Kampfmannschaft gespielt und gleich getroffen.” Ein Kopfballtor bei seinem Debüt, ein 2:1-Sieg – Momente, die bleiben. Es folgten Titel in der Landesliga und Vorarlbergliga, Einsätze in der Regionalliga und ein Triumph im VFV-Cup. Diese Zeit als Aktiver bleibt für Maccani in ewiger Erinnerung.
Das Emotionale hat überwogen
Dass er dennoch andere Wege einschlug und nach Lochau, Hard, Hörbranz wechselte, gehörte zur Entwicklung. Doch jetzt ist der Zeitpunkt für die Rückkehr gekommen. “Man kann gut sagen: zurück zu den Wurzeln.” Auch andere Trainerangebote lagen auf dem Tisch, “die interessant gewesen wären”, doch am Ende entschied das Gefühl: “Das Emotionale hat überwogen.”
Was ihn an der neuen Aufgabe besonders reizt, ist das Potenzial der Mannschaft. “Ich war schon einigemal zuschauen, das ist eine junge, hungrige Truppe.” Gerade in der wahrscheinlichen 1. Landesklasse sieht er Chancen: “Ich glaube, mit der Truppe kannst du einiges bewegen.”
Der Wechsel auf die Trainerbank ist zugleich ein Abschied. Nach rund 30 Jahren als Spieler fällt dieser Schritt nicht leicht. “Es ist schwer am Herzen”, sagt Maccani offen. Doch er weiß auch: “Irgendwann muss man aufhören – und der nächste Schritt ist das Trainergeschäft.”
Für Schwarz-Weiß Bregenz bedeutet diese Personalie mehr als nur eine Neubesetzung. Es ist die Rückkehr eines Eigengewächses – mit Stallgeruch, Erfahrung und einer klaren Idee davon, was möglich ist. VN-TK