Was der Ex-Funktionär des SCR-Altach im Internet konsumierte

1,8 Millionen User nutzten unzulässige Pädophilen-Plattform, der Angeklagte ist laut Strafantrag einer davon.
Feldkirch Im vergangenen Jahr wurde der Streamingdienst „Kidflix“ – eine Pädophilen-Plattform – im Darknet abgeschalten. Experten aus 35 Ländern konnten dieses riesige Netzwerk aushebeln. Viele der Verdächtigen wurden über Abogebühren ausgeforscht. So auch jener Ex-Funktionär des SCR Altach aus der Schweiz, der am Landesgericht Feldkirch angeklagt ist, Fußballerinnen heimlich in Umkleidekabinen gefilmt zu haben. Die Staatsanwaltschaft konnte offenbar rekonstruieren, dass von ihm im September 2023 über Coinbase, das ist eine Handelsplattform für Kryptowährungen, zehn Dollar für ein Probeabonnement an „Kidflix“ flossen.
Weiter abonniert
Und scheinbar gefiel das Probeangebot, denn im Oktober desselben Jahres flossen nochmals 181 Dollar für das Livetime-Abonnement für Kidflix. Zu sehen gibt es auch bei dieser Plattform Jugendliche in einem Alter sowohl unter als auch über 14 Jahren. Komplexe internationale Vernetzungen machen es immer schwieriger, derartigen Organisationen das Handwerk zu legen. Wie sich der Schweizer, der jahrelang Funktionär des Altacher Frauenfußballs war, vor Gericht verantworten wird, bleibt abzuwarten
Empfindliche Strafen
Bei den Ermittlungen zu „Kidflix“ mussten 100.000 Videos gesichtet und zugeordnet werden. Beinahe wöchentlich findet auch am Landesgericht Feldkirch eine Verhandlung wegen heruntergeladener, unzulässiger Kinderpornos statt. Die Strafen sind empfindlich, denn die Justiz weiß, wie viel Leid dahintersteckt. Aliasnamen und Pseudonyme erschweren die Ermittlungen zusätzlich.
Was die selbst hergestellten Aufnahmen des einstigen Leiters betrifft, waren vermutlich an die 20 Frauen betroffen. Der Strafantrag hat jedoch nur 14 Betroffene im Fokus. Ob sie ihre unfreiwillig aufgenommenen Bilder je im Internet wiederfinden werden, bleibt für die Spielerinnen ein Damoklesschwert. „Das Internet vergisst nichts“, weiß auch die Anwältin zweier betroffener Spielerinnen, Olivia Lerch. Sie will wenigstens einen kleinen finanziellen Ausgleich für ihre zwei Mandantinnen erkämpfen.