Malender Musiker oder musizierender Maler?

Aktuell bereitet Gerhard Mangold eine Ausstellung vor und präsentiert dazu auch ein Buch.
Hörbranz, Bregenz Mit der Ausstellung “Konturen des Lebens” startet der Hörbranzer Maler und Musiker Gerhard Mangold am 8. Jänner, 18 Uhr, in der Sylvia Janschek Art Gallery in der Bregenzer Kaiser-Josef-Straße in ein besonderes Jahr: Vor 50 Jahren hat er mit seinen Brüdern Elmar und Herbert seinen Traum vom Musizieren verwirklicht. Was als “Bodenseespatzen” begann, ist heute “Mangold 3”.
Zehn Jahre später wurde auch sein zweiter Kindheitstraum wahr: Gerhard begann, sich ernsthaft mit der Malerei zu beschäftigen, und tanzte fortan auf drei Hochzeiten, denn im Hauptberuf war er Radio- und Fernsehtechniker.

Malen ging sich nicht aus
“Schon als Kind habe ich leidenschaftlich gerne gezeichnet und gemalt und vielleicht hätte ich eine erfolgreiche Karriere als Maler vor mir gehabt, aber ein Kunststudium ging sich nicht aus …”, blickt der 73 Jahre junge Hörbranzer zurück. Also begann er eine Lehre als Radio- und Fernsehtechniker, legte die Meisterprüfung ab und machte sich mit seiner TV-Ambulanz selbständig.
Mit großer Ernsthaftigkeit
Gerhard Mangold gründete eine Familie, baute Haus und Existenz auf. Er begann zu musizieren, und dann stellte ein Weihnachtsgeschenk die Weichen zur Malerei: “Wir steckten jeden Schilling ins Haus und die Firma, da blieb für große Geschenke nichts mehr übrig”, erinnert er sich an den Heiligabend, an dem trotzdem ein geheimnisvolles Paket unter dem Christbaum lag. “Eine Kiste mit allen notwendigen Mal-Utensilien – ich habe mich gefreut wie ein kleines Kind, denn jetzt durfte ich endlich malen …”

Und das tat er mit großer Ernsthaftigkeit. Er besuchte viele Jahre die Sommerakademie in Bruneck, lernte in Kursen bei Prof. Claus Pack und Prof. Heribert Mader und hatte gegenüber “professionellen Kollegen” einen Riesenvorteil: “Künstler, für die Malerei ihr Broterwerb war, mussten sozusagen um jeden Preis malen, ich hatte das Privileg, dass ich ohne (finanziellen) Zwang künstlerisch tätig sein konnte. Ich empfand – und empfinde es heute noch – es als erbauend, ohne Druck zu malen.”

Und diese Freiheit nützt er auch konsequent: “Ich konnte mich darauf konzentrieren, was mich am meisten freut: Zeichnen und Aquarell.” Seit einigen Jahren hat er dafür noch mehr Zeit, denn “mein Sohn hat sich beruflich anders orientiert, er wird meine TV-Ambulanz nicht weiterführen und sie wird deshalb aufgelöst. Nicht von heute auf morgen, für meine Stammkunden bin ich nach wie vor da, aber das Geschäft ist ein Auslaufmodell.”
Leidenschaft weitergeben
Längst gibt er seine Freude und Leidenschaft in Kursen weiter und vor fünfzehn Jahren hat er seine Philosophie auch in einem Buch zusammengefasst. “Als Leitfaden und Inspiration für jene, die meine Kurse besuchten. Das war so gefragt, dass es rasch vergriffen war.” Jetzt hat er zu seiner aktuellen Ausstellung wieder ein Buch erarbeitet – ein ganz besonderes, denn es ist als posthume Liebeserklärung seiner 2018 verstorbenen Gattin Margarete “Meki” gewidmet: “Sie hat mir die ganzen Jahre bei der Malerei und der Musik den Rücken freigehalten. Ohne sie wäre ich heute nicht dort, wo ich bin. Ich bin Meki dafür ewig dankbar, leider hat sie uns viel zu früh verlassen”, steht als berührendes Vorwort zu den knapp 150 Seiten der “Konturen des Lebens” und beantwortet auch die Frage, als was er sich fühlt: “Im Augenblick ganz klar als Maler, der nebenbei musiziert.” STP

ZUR PERSON
GERHARD MANGOLD
WOHNORT Hörbranz
GEBOREN AM 14. August 1952
FAMILIE Verwitwet, zwei erwachsene Kinder
BERUF selbstständiger Radio- und TV-Techniker
HOBBYS Malerei und Musik (mit professioneller Ernsthaftigkeit)
