Wenn Farben glücklich machen

Für Cornelia Hartmann ist das Malen ein Lebenselixier und bringt ihr Entspannung pur.
Hohenems Cornelia Hartmann versprüht gute Laune, lacht gern und findet in jedem Moment das Schöne. Vor allem das Malen hat ihren Blick für das Positive geöffnet. Ihre Acrylbilder sind ein Spiegel ihres Wesens, sprechen von der Liebe zur Natur und deren Farbspiel und zeigen Connys Beobachtungsgabe auch in Menschendarstellungen.
„Ich liebe Farben und die Natur. Beim Malen kann ich beides wunderbar verbinden.“
Cornelia Hartmann, Künstlerin und Pensionistin
In der Kindheit begann, was bleiben sollte: die Liebe zu Stift, Papier und Pinsel. „Kindergarten-Tante Renate sagte immer: ,Wenn Conny malen kann, ist sie glücklich’“, erinnert sich die Emserin. Die Leidenschaft für Malen und Basteln begleitete das Mädchen durch die Schulzeit. Als Hauptschülerin gewann sie Wettbewerbe. Seit zwölf Jahren frönt Conny ihrer Kunst im gemeinsamen Atelier INCO mit ihrer Freundin Ingeborg Giesinger.
Das künstlerische Gen hat der Vater, Reinhard Rüdisser, seiner Tochter mit auf den Weg gegeben. „Mein Papa hat wunderschöne Ölbilder gemalt. Er hatte leider nur wenig Zeit dafür“, erzählt die 63-Jährige. Auch der Bruder des Vaters war begabt, schuf ausdrucksstarke Werke. „Er war Stickereizeichner.“ Ein Beruf, den auch Conny gerne erlernt hätte. „Ich war aber zu feige“, sagt sie und lacht. Zudem wurde sie im Büro der familiengeführten Autolackiererei gebraucht. Deshalb entschied sie sich für eine wirtschaftliche Ausbildung an der HAS Marienberg in Bregenz und arbeitete dann im elterlichen Betrieb.

Während der Marienberg-Jahre hatte Conny keine Zeit für ihre Passion. Das Malen war verschoben, aber nicht vergessen. „Als 22-Jährige habe ich wieder zum Pinsel gegriffen, vor allem Aquarelle entstanden. Einige Kurse dazu habe ich absolviert“, erzählt sie. Eine weitere Schaffenspause folgte nach der Heirat und der Geburt ihrer beiden Kinder. Der Fokus lag da auf der Familie sowie der Arbeit als Sekretärin. Als der Vater die Autolackiererei aufließ, übernahm einer der ersten Lehrlinge, die dort ausgebildet wurden, den Betrieb. Airbrushen sorgte unter dem neuen Chef für spannende Farbübergänge und kreative Ergebnisse, und Conny spürte wieder die Magie der Farben. Es dauerte noch, bis sie wieder selbst zu Pinsel und Farbe fand.

Vor zwölf Jahren lernte Conny ihre Freundin Ingeborg kennen, die sich mit Acrylmalerei beschäftigte. „Unsere Kinder hatten schon vorher befunden, dass wir gut zueinander passen würden,“ erinnert sich die Künstlerin. Die Freundin regte sie dazu an, sich in der Arbeit mit Acryl auszuprobieren. Nach einigem Zögern nahm die Spachtel in die Hand – und fand ihre künstlerische Ausdrucksform. „Acryl erlaubt, spontan zu arbeiten, Emotionen direkt auf die Leinwand zu bringen und präzise Details auszuarbeiten“, erklärt Conny. Die leuchtenden Farben, die schnelle Trocknungszeit und die Möglichkeit, Schicht für Schicht neue Strukturen zu schaffen, faszinierten sie. Themen ihrer Werke zieht sie aus der Natur – Blumen, Tiere, Landschaften. Vor allem der Bodensee in all seinen Facetten hat es der sympathischen Malerin angetan. Als Pensionistin gibt sie ihrem Hobby viel Raum und hat in ihrem Ehemann Horst einen verständnisvollen Partner. Der pensionierte Lehrer ist passionierter Naturfotograf.

Gemeinsam mit ihrer Freundin hatte Conny zunächst die leeren Räume in der früheren Autolackierei – die Werkstatt war verlagert worden – als Atelier genutzt. Nach dem Abriss fanden sie ihr Domizil vor vier Jahren im Altacher Frixa-Gebäude. Am 23. November werden die Malerinnen ihre Kunst bei einem gemütlichen Hock einer breiteren Öffentlichkeit präsentieren. Neben Bildern werden auch Naturbasteleien zu sehen sein.
Zur Person
CORNELIA HARTMANN
GEBOREN 8. Oktober 1980 in Hohenems
WOHNORT Hohenems
FAMILIENSTAND verheiratet mit Horst, zwei erwachsene Kinder
BERUF Sekretärin, jetzt Pensionistin
HOBBYS Malen, Natur, Basteln