Meister Petz wird auch uns besuchen. Aber keine Angst …

VN / 13.10.2025 • 16:31 Uhr
Das Bild zeigt Problembär Bruno im Jahr 2006 in Tirol. Es ist bei uns jederzeit mit Begegnungen mit Bären zu rechnen, so Hubert Schatz, Wildbiologe des Landes. DPA
Braunbär Bruno, als Problemtier ausgemacht, hielt vor Jahren Jäger und Älpler in Aufregung. In Bayern wurde er letztlich erlegt. DPA

Immer häufiger sind im benachbarten Tiroler Bezirk Landeck Aktivitäten von Bären zu beobachten.

Bregenz, Landeck. Nach dem Wolf nun bald auch der Bär? “Jawohl”, sagen Experten, wenn sie auf mögliche Auftritte von Bären auch in Vorarlberg angesprochen werden. Doch die Relativierung einer vermeintlichen Panik-Meldung folgt auf dem Fuß. “Bären können bei ihren Wanderungen gelegentlich auch durch unser Gebiet streifen. Aber es ist keine beunruhigende Häufigkeit festzustellen. Die Auftritte von Bären bei uns sind von der Zahl her recht konstant”, berichtet Gernot Heigl, Geschäftsführer der Vorarlberger Jägerschaft und ausgewiesener Wildtierexperte.

APA7633374-2 – 22042012 – PFUNDS – …STERREICH: ZU APA 113 CI – Der im tirolerisch-schweizerischen Grenzgebiet umherstreifende BŠr “M13” ist in der Nacht auf Sonntag, 22. April 2012, wieder nach Tirol gekommen. Nach einer Woche in GraubŸnden (Schweiz) hielt sich das Tier im Gemeindegebiet von Pfunds (Bezirk Landeck) auf. Im Bild Spuren vom letzten Besuch […]
Die Spuren des Bären M 13, der 2012 bei Pfunds im Tiroler Bezirk Landeck umherzog. In Pfunds hielten sich auch heuer Bären auf. APA/Land Tirol, Janovsky

Honigräuber gestoppt

Etwas anders verhält es sich mit dem Bärenaufkommen im benachbarten Tiroler Bezirk Landeck. “Es sind mehr geworden in den letzten Jahren”, erzählt Marina Just, Wildbiologin und beim Tiroler Jägerverband für Raubwild zuständig. Insbesondere rund um das Örtchen Pfunds gibt es immer wieder Hinweise auf die Anwesenheit von Bären. So wurden Ende Juli dieses Jahres dort zwei tote Esel vorgefunden, die ziemlich sicher einem Bären zum Opfer fielen. In der Nähe eines Campingplatzes plünderte Meister Petz Bienenstöcke. Als dort ein Zaun angebracht wurde, gelangte er nicht mehr zu seiner begehrten Mahlzeit und machte sich aus dem Staub. Bei Nauders kam es zu einem Schafriss durch einen Bären, in Fiss riss Meister Petz mutmaßlich ein Pony, während ein Wanderer bei Ried im Oberinntal einem friedlichen Bären auf einem Forstweg begegnete.

Der DNA-Abgleich hat es bestätigt: Vor knapp einer Woche hat die Bärin JJ4 einen Jogger angegriffen und getötet.  apa
Auf diesem Wanderweg in Trentino tötete vor zwei Jahren ein Braunbär einen Jogger. Gewöhnlich greifen Bären Menschen nicht an. APA

Sie kommen von Trentino

“Auch in Reutte sind Bären auf Wildkameras gesichtet worden. Das Land Tirol betreibt ein Bären-Monitoring”, erzählt Just. Die Menschen in den betroffenen Regionen würden auf die Anwesenheit der mächtigen Raubtiere völlig unterschiedlich reagieren. “Es gibt Leute, die würden wahnsinnig gerne einen Bären sichten. Andere gehen aus Angst vor dem Tier nicht mehr in den Wald.”

Die Bären gelangen vom italienischen Trentino, das eine hohe Bärenpopulation aufweist, in die Region.

Der zuständige Vertreter der Bezirkshauptmannschaft Landeck spricht mit Ehrfurcht vor dem mächtigen Raubtier. “Es gibt sie nun mal auch gelegentlich bei uns. Und das ist doch auch schön.”

Gernot Heigl
Gernot Heigl, Geschäftsführer der Vorarlberger Jägerschaft, Wildbiologe: “Bären sind bei uns im Gegensatz zu Wölfen kaum Thema.” Sams

Vorarlberg und der Bär

In Vorarlberg sei der Bär im Gegensatz zum Wolf noch kaum auf dem Wahrnehmungsradar, sagt Gernot Heigl. “Ein Wanderer entdeckte im Mai Bärenspuren bei Übersaxen, in Schröcken wollte sich wenig später Meister Petz mit Gewalt Zutritt zu einer Wildfütterungsstelle verschaffen, riss eine Holzlatte aus einem Zaun.” Eine “Bärenplage” sei in Vorarlberg aber nicht in Sicht. “Der Bär ist kein guter Jäger. Nicht vergleichbar mit dem Wolf. Zudem ernähren sich Bären im Gegensatz zu Wölfen nicht ausschließlich von Fleisch. Sie sind ja auch Vegetarier.”