Bödele-Juwel erstrahlt in neuem Glanz

Hotel zwischen Rheintal und Bregenzerwald hat eine einzigartige und spannende Geschichte.
Schwarzenberg, Dornbirn „Wem gehört das Bödele?“ lautete vor einigen Jahren eine spannende Frage, auf die versucht wurde, Antworten zu finden. Rechtlich ist es klar: „Das Bödele“ – gemeint sind im Alltags-Sprachgebrauch touristische Einrichtungen wie Hotels, Liftanlagen oder Ferienhäuser, aber auch die Kapelle oder der Bödelesee – liegen auf Schwarzenberger Gemeindegebiet. Für die Zuordnung des Gebiets rund um den 1140 Meter hohen Losenpass kann man aber auch das Grundbuch heranziehen – und das offenbart ein anderes Bild der „Bödele-Besitzer“: Vor 125 Jahren erwarb der Dornbirner Fabrikant Otto Hämmerle von Schwarzenberger Landwirten deren Vorsäße samt Hütten, die in Ferienhäuser umfunktioniert wurden, Hämmerle entwickelte das mehr als 100 Hektar große Gebiet auch touristisch. Hotel, Sprungschanze, 1907 der erste motorbetriebene „Schlittenlift“, aber auch die Bödelestraße oder eine Muster-Alpsennerei entstanden. Dornbirns „Einfluss“ am Bödele wurde so groß, dass die Stadt 1942 sogar offiziell den Antrag stellte, die Gemeindegrenze zu verschieben und das Bödele einzugemeinden. Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs hatte sich dieses Ansinnen erledigt.

Noch eine Zuordnung
Dornbirn? Schwarzenberg? Silvia und Markus Metzler haben dazu ihre eigene Meinung: „An dieser Diskussion möchten wir uns nicht beteiligen, nur so viel: eines der schönsten Fleckchen vom Bödele – vielleicht sogar das allerschönste – gehört uns“, meint Silvia schmunzelnd, denn 2023 wurde der Kauf des Hotels Berghof Fetz durch die Familie Metzler verbüchert.

Im September 2023 hat sich die Familie Moosbrugger im Berghof Fetz von den vielen Stammgästen verabschiedet, am 1. Oktober wurde das Hotel geschlossen und die neuen Besitzer begannen ein umfassendes Update, um zu Weihnachten wiederzueröffnen.

„Wir haben den Berghof Fetz nicht neu erfunden, vieles von dem, was Urlauber und Tagesgäste seit Jahrzehnten schätzten, wurde bewahrt, aber aufgefrischt.“ Zuerst innen: die Küche ist neu, Zimmer und Wellness-Bereich auf neuesten Stand gebracht, auch der legendäre Felsenkeller ist wieder eine beliebte Location für Hochzeiten und andere Feiern. Heuer wurde noch außen erneuert, das Haus wurde wärmegedämmt, bekam eine neue Fassade und erstrahlt nun in neuem Glanz.

Neu ist der Name Hotel MARVIA – eine Wortschöpfung aus MAR-kus und Sil-VIA Metzler. Neu ist der Seminarraum im ehemaligen Skiverleih. Und neu – oder doch nicht neu – ist der geplante Shop mit regionalen Spezialitäten. Nicht neu deshalb, weil es in früheren Zeiten im Berghof auch einen Laden gab.

Kindheitstraum verwirklicht
Relativ neu ist für Silvia Metzler auch die Rolle als Hotel-Chefin, denn in diesem Metier ist die in Watzenegg aufgewachsene eine Quereinsteigerin. Rund 15 Jahre arbeitete sie als Kindergarten-Pädagogin und verdiente sich mit Kellnern ein Zubrot. Bald nach der Heirat mit dem gelernten Koch Markus Metzler reifte der Wunsch zur Selbständigkeit und 2017 eröffneten die beiden in Bezau ihr kleines aber feines Hotel Gretina (Kombination aus den Namen ihrer Töchter GRE-ta und Valen-TINA). Hotel und Bistro wurden eine Erfolgsgeschichte und ermutigten Markus und Silvia zum nächsten Schritt.

Bödele kein Zufall
Dass es das Hotel am Bödele wurde ist kein Zufall, denn „das Bödele hat mich schon als Kind fasziniert. Wir sind nie in den Bregenzerwald gefahren, ohne hier einzukehren. Später haben wir in der Kapelle am Bödele geheiratet und unsere jüngere Tochter dort getauft – jetzt ist mein Kindheitstraum wahr geworden.“ STP





