Im Vorderwald wird Stromkapazität optimal verteilt

VN / 19.08.2025 • 13:08 Uhr
Bgm. Philipp Fasser (r.) bespricht mit seinen Mitarbeitern die Wasserversorgung in Lingenau.
Bgm. Philipp Fasser (r.) bespricht mit seinen Mitarbeitern die Wasserversorgung in Lingenau.Erwin Moosbrugger

Trinkwasserpumpwerk Lingenau/Langenegg als Pilotversuch für Lastenmanagement.

Lingenau In der Energieregion Vorderwald wächst die Erneuerbare Energiegemeinschaft (EEG) und teilt immer mehr Wälderstrom. Mittlerweile produzieren PV-Anlagen mit einer Leistung von rund zwei Megawatt Sonnenstrom in der Gemeinschaft. Ist der Strombedarf innerhalb der Gemeinschaft gedeckt, so liefern die PV-Anlagenbesitzer den überschüssigen Strom an ihren bisherigen Abnehmer.

Pilotversuch

Damit möglichst viel produzierter Strom auch gleich innerhalb der Wälderstrom-Gemeinschaft verbraucht wird hat die EEG Vorderwald ein erstes Lastmanagement gestartet: Stromverbraucher werden zugeschaltet, sobald Stromüberschuss in der Gemeinschaft herrscht. Umgesetzt wurde das erste Lastmanagement im Trinkwasserpumpwerk Lingenau/Langenegg. Mehrere Pumpen sichern die Trinkwasserversorgung der beiden Gemeinden, indem sie Quellwasser in einen Hochbehälter pumpen. Aus diesem werden die Haushalte versorgt. Das umgesetzte Lastmanagement funktioniert seit Anfang Juni 2025 vollautomatisiert. In den ersten vier Wochen des Versuchs wurden 10.000 kWh Überschussstrom aus der Energiegemeinschaft von den Pumpen abgeholt.

Vollautomatisiert mit hoher Wirksamkeit

Der jährliche Stromverbrauch der Pumpen liegt bei rund 200.000 kWh. Üblicherweise werden sie bevorzugt nachts betrieben, um von günstigen Stromtarifen zu profitieren. Um künftig auch tagsüber – noch günstigere – überschüssige Energie aus der Gemeinschaft optimal zu nutzen, wurde ein automatisiertes Steuerungssystem eingerichtet. Ist überschüssiger Strom in der EEG vorhanden, werden die Trinkwasserpumpen aktiviert und laufen dann bei Überschuss so lange, bis der maximale Füllstand der Hochbehälter erreicht ist. Dabei bleibt die Einhaltung der Mindestfüllstände stets gewährleistet, sodass eine sichere Trinkwasserversorgung weiterhin garantiert ist.

Nur Gewinner

 „Eine sichere Trinkwasserversorgung ist Pflichtaufgabe der Gemeinden. Je mehr Pumpstrom wir in der Region selbst produzieren können, umso besser für die regionale Wertschöpfung. Letztlich gibt es bei diesem Projekt nur Gewinner, die Gemeinden durch geringere Stromkosten, die PV Anlagen Besitzer, die EEG Vorderwald“, betonen die Bürgermeister Philipp Fasser und Thomas Konrad, Obmann der EEG Vorderwald. ME 

Vom Trinkwasserpumpwerk wird das Quellwasser in den Hochbehälter am Rotenberg gepumpt.
Vom Trinkwasserpumpwerk wird das Quellwasser in den Hochbehälter am Rotenberg gepumpt.