Kuriose Funde im Gebrauchtkleider-Container: Kinder-Vespa, Christbaum und Militärequipment

Auch Gegenstände mit erheblichen Sicherheitsrisiken werden in den Kleidercontainern gefunden.
Darum geht’s:
- Kuriose Funde in Altkleidercontainern: Kinder-Vespa, Christbaum und fast 300 Jahre alte Bibel.
- Sicherheitsrisiko: Geschirr und Lithiumbatterien in Spielzeug.
- Wertsachen: Geldbörsen, Reisepässe und andere Dokumente.
Von Katja Grundner
Hohenems Nicht alle wissen genau, was in den Gebrauchtkleider-Container darf. Dass aber Pfannen, Fotobücher oder eine Elektro-Vespa für Kinder dort fehl am Platz sind, ist wohl den meisten klar. Dennoch passiert es, dass genau solche Dinge dort landen. Peter Waldmann, Standortleiter des carla-Tex-Kleidersortierwerks in Hohenems, sowie Borna Krempler, Koordinator der Kleidersammlung, nennen die kuriosesten Dinge, die sie in der Gebrauchtkleidersammlung gefunden haben.
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Gefährliche Fehlwürfe
„Im Jänner war ein Christbaum im Container. Ein echter, in Stücke geschnitten, sodass er in den Kleidersack passte“, erzählt Waldmann. Offensichtlich verursachen solche Dinge nur zusätzlichen Aufwand und Kosten. Zudem landen im Gebrauchtkleidersack immer wieder Gegenstände, die ein Sicherheitsrisiko darstellen. „Teilweise findet sich sogar Geschirr unter den Kleiderspenden. Hier wird Handarbeit geleistet, deshalb kann sowas gefährlich sein“, sagt Krempler.


Eine weitere Gefahrenquelle sind Lithiumbatterien in Spielsachen, die zu Bränden führen können. „Spielzeuge sind sehr aufwendige Fehlwürfe. Viele sind heutzutage mit Batterien betrieben, daher muss man jedes einzelne Teil aufmachen oder aufschrauben, die Batterien herausnehmen und die Pole der Lithiumbatterien abkleben“, teilt Waldmann mit. Zudem lässt sich oft nur mehr schwer erkennen, ob es sich um eine Lithium- oder Alkalibatterie handelt.
Kuriositäten
Einmal wurde eine Elektro-Kindervespa in einem Gebrauchtkleider-Container gefunden – ein derart großes Modell, dass man sich kaum vorstellen kann, wie es dort hineingepasst haben soll.

„Beeindruckend war der Fund einer handgeschriebenen, fast 300 Jahre alten Bibel. Die haben wir der Diözese Feldkirch gegeben“, sagt Waldmann. Auch Fotoalben tauchen in dem Meer an Kleidung auf. Auffällig ist ein Exemplar mit metallenen Verzierungen und edlen, dicken Seiten, das auf den 58-jährigen Altacher wie ein Familienschatz wirkt.

Darüber hinaus finden die Mitarbeiter des Kleidersortierwerks Uniformteile wie Helme und Polizeimützen, in denen noch die Namen der Beamten zu lesen sind.

Da überrascht es kaum, dass unter anderem Theatergruppen an der Ware interessiert sind. „Sogar für die Festspiele haben wir Kleidung für die Freischütz-Inszenierung zusammengesucht.“
Zahlen und Fakten des carla-Tex-Kleidersortierwerks in Hohenems
- Es ist das einzige Kleidersortierwerk mit Vollsortierung in Österreich.
- In Vorarlberg gibt es 470 Sammelcontainer.
- An Werktagen treffen täglich zwei bis drei Lkw-Lieferungen mit Kleidung aus ganz Vorarlberg im Kleidersortierwerk ein.
- Jährlich werden rund 3500 Tonnen Kleidung in Vorarlbergs Kleidersammler-Containern abgegeben.
Neben solchen kuriosen Funden werden auch immer wieder Wertsachen zwischen den Kleidungsstücken entdeckt: von Geldbörsen und Sparbüchern bis hin zu Reisepässen und anderen Dokumenten. Diese werden zur Freude der Besitzer wieder retourniert.

Manche Personen melden sich wegen verlorener Auto- und Haustürschlüssel, die teilweise tatsächlich unter den Massen an Kleidung wieder auftauchen und zurückgegeben werden können.
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Das gehört hinein
Was in die Kleider- und Schuhspendensäcke der Caritas gehört, steht direkt auf den orangen Säcken – etwa, dass Bettdecken und Polster mit Federn oder Daunen, nicht aber mit synthetischer Füllung angenommen werden.

Die Säcke sind kostenlos bei der Caritas, in Gemeinden, Raiffeisenbanken, Spar- und Sutterlüty-Filialen erhältlich oder können zugeschickt werden.

Grundsätzlich ist auch die Verwendung anderer Säcke möglich. Wichtig ist, dass sie gut verschlossen sind. Lose herumliegende Kleidung verzögert die Entleerung, blockiert dadurch den Verkehr länger und kann sich im Förderband verfangen. „Man sollte die Säcke auch tatsächlich in den Container werfen. Wenn er voll ist, einfach die aufgedruckte Nummer anrufen“, betont Krempler. „Und Sachspenden bitte in carla-Läden abgeben.“
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(VN)