Jubiläumsausgabe mit Nostalgie und Zukunftsvision ging erfolgreich zu Ende

Festival voller Höhepunkte: gute Filme, Publikumsrekord und sieben prämierte Meisterwerke bei der 40. ALPINALE in Bludenz.
Bludenz Das 40. ALPINALE Kurzfilmfestival erreichte einen neuen Publikumsrekord und machte Bludenz erneut zum Zentrum der internationalen Kurzfilmszene. Während der Festivalwoche präsentierten Nachwuchstalente und etablierte Filmschaffende ihre Werke.
Das Jubiläum fiel zudem mit 20 Jahren v-shorts zusammen – der Bühne für Kurzfilmschaffende mit Vorarlberg-Bezug. Beide Meilensteine prägten die Woche. Ein besonderer Programmpunkt war etwa die Retrospektive am Freitag, bei der jeweils ein Film aus jedem Jahrzehnt der ALPINALE-Geschichte gezeigt wurde. Darunter auch „Die Schatzgräber“– eine Dokumentation über das Schrebergartentum in Vorarlberg und der erste v-shorts-Preisträger überhaupt.

Doch auch der Blick nach vorn kam nicht zu kurz: Im Expert-Talk mit Marcel Barsotti zum Thema „KI trifft Kino“ wurde ein klarer Zukunftsfokus gesetzt.
Anlässlich des Jubiläums lag zudem ein besonderer Schwerpunkt auf der Musik: Die Masterclass „From Script to Score“ unter der Leitung von Raimund Hepp widmete sich der Verbindung von Film und Komposition. Darüber hinaus begeisterte der spanische Künstler Efren Moreno mit dem gleichzeitigen Spiel auf zwölf Instrumenten und komödiantischen Einlagen.

Trotz der wetterbedingten Verlegung des Eröffnungsabends in den Stadtsaal konnten die weiteren internationalen Programmpunkte bei Sommerwetter auf dem Raiffeisenplatz vor der Remise stattfinden. Den feierlichen Abschluss bildete am Samstagabend die Preisverleihung, bei der die besten Filme nochmals präsentiert und ausgezeichnet wurden.
69 Kurzfilme ausgewählt
Aus über 1500 Einreichungen wurden 69 Kurzfilme ausgewählt und in der zweiten Augustwoche auf großer Leinwand gezeigt. Rund 1650 Besucher sowie Filmschaffende aus aller Welt, darunter aus Norwegen, Belgien und Spanien, feierten das älteste Kurzfilmfestival Österreichs. Beiträge aus 23 Ländern – von Deutschland und Österreich bis Australien, Brasilien, China und Peru – überzeugten Jury und Publikum.

Bei der ALPINALE entscheiden traditionell die Festivalbesucher über zwei der Preise. Die weiteren Auszeichnungen werden von zwei unabhängigen Fachjurys vergeben. In diesem Jahr erhielt der Publikumspreis der norwegische Kurzspielfilm „The Terrorist“ von Regisseurin Meena Rathor, der bei der diesjährigen ALPINALE seine Österreichpremiere feierte. Die satirische Geschichte spielt in einer Wohngemeinschaft, in der die Ankunft eines neuen Mitbewohners Misstrauen und Spannungen hervorruft. Mit viel Humor entlarvt der Film vorgefasste Meinungen und zeigt eindrucksvoll die Absurdität von Angst und Vorurteilen.
Der Spielfilm „Matildas Monster“ von Regisseur Marc André Misman begeisterte besonders das junge Publikum und wurde mit dem Goldenen Einhorn als bester Kinderkurzfilm ausgezeichnet.

Hohe Qualität der Filmwerke
Die erste Fachjury, bestehend aus Eleanna Finokalioti, Sebastian Jakob Doppelbauer und Stefan Langthaler, bewertete die Kategorien Kurzspielfilm und Animation. Den Preis für den besten Kurzspielfilm erhielt „Skin on Skin“ von Simon Schneckenburger (Deutschland). Aufgrund der hohen Qualität der diesjährigen Festivalwerke vergab die Jury außerdem zwei lobende Erwähnungen an „La Asistente“ von Pierre Llanos (Peru) und „Allégresse“ von Gillie Cinneri (Belgien). Für den besten Animationsfilm wurde „Detlev“ von Ferdinand Ehrhardt ausgezeichnet. Mit viel Feingefühl erzählt der Film die Geschichte eines frierenden Straßenkehrers, der in einem ungewöhnlichen Ritual nach Wärme und Halt sucht. Eine lobende Erwähnung erhielt zudem „Sopa Fria“ von Marta Monteiro (Portugal).

Die zweite Fachjury – Saskia Hahn, George Panopoulos und Julia Stipsits – zeichnete die Kategorien v-shorts, Horror und VR-Shorts aus. Das Blutige Goldene Einhorn für den besten Horror-Kurzfilm ging an den US-amerikanischen Beitrag „Tiny Thing“ von Joshua Giuliano, in dem eine Fliege zum Symbol des unentrinnbaren Grauens wird. „Finally Me“ von Marcio Sal (Brasilien) wurde als bester VR-Kurzfilm ausgezeichnet. Der Preis für den besten v-shorts-Kurzfilm wurde an „Das alte Mädchen“ von Hanna Mathis vergeben. Neben der Trophäe erhielt die Regisseurin ein Preisgeld von 500 Euro.