Ein Juwel erhält den letzten Schliff

Im neuen Reichshofstadion wird gehämmert, gebohrt, geputzt und geschleppt. Bis Freitag soll alles fertig sein.
Lustenau “Noch vier harte Tage haben wir vor uns. Aber es wird alles fertig, keine Sorge.” Stephan Muxel (58), Austria-Sportvorstand, Holzbauer und Cheforganisator der Bauarbeiten im Austria-Dorf, lächelt. Kaum hat er fertig geredet, springt er schon weg. Der erste der sechs Party-Holzpavillons wird gerade mit dem Hochleistungs-Hebebagger in die Höhe gezogen, um auf seinen vorgesehenen Platz gestellt zu werden. Sieben Tonnen Holz pendeln in der Luft.

Auch Bürgermeister Patrick Wiedl (41) beobachtet gespannt das Geschehen. Der neue Gemeinde-Chef hatte in den vergangenen Wochen alle Hebel in Bewegung gesetzt, der Austria zu den benötigten Genehmigungen zu verhelfen. Zuletzt traf die Baugenehmigung für die Pavillions beim Verein ein. Jetzt ist auch Wiedl die Vorfreude anzumerken. “Ins Dorfzentrum wurde in den letzten Jahre nichts investiert. Hier entsteht ein anderes Zentrum. Das Austria-Dorf, das größer ist als der Dornbirner Marktplatz, wird ein einmaliger Ort der Begegnung. Und das 15 mal im Jahr.”

Das Kappili in der Mitte
Eine U-Form werden die sechs Pavillons samt Schankanlagen bilden, mit dem einst von Langzeitpräsident Hubert Nagel (74) angeschafften Austria-Kappili in der Mitte. “Ich bin stolz auf meine Jungs, so wie die schuften. Ich organisiere ja nur”, gibt sich Muxel bescheiden.
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Man will sich noch nicht richtig vorstellen, wie das Austria-Dorf nach dessen Fertigstellung aussieht. Sehr wohl zu erkennen ist das, was die meisten Räumlichkeiten des neuen Funktionsgebäudes zu bieten haben. Im Büro stehen bereits die Tische der Mitarbeiter mit den Computern drauf, noch leer sind die Zimmer für den Trainerstab. Auch der Fitnessraum muss erst noch eingerichtet werden.
Dafür erstrahlt im Erdgeschoss der großzügig ausgestaltete Fan-Shop bereits in vollem Glanz, während der Mehrzweckraum noch nicht als solcher zu identifizieren ist.

150 freiwillige Helfer
Auf dem Austria-Dorf-Gelände und im Funktionsgebäude wuseln die professionellen Handwerker und freiwilligen Helfer hin und her, schleppen Dinge von A nach B. “Ungefähr 150 Freiwillige haben wir registriert, viele von ihnen kommen täglich her und packen an”, erzählt Austria-Geschäftsführer Vincent Baur (43) mit großem Stolz. Auch die zwischenzeitlichen Regengüsse unterbrechen die Aktivitäten kaum.
Im VIP-Klub, dort, wo in den letzten eineinhalb Jahren die Austria-Geschäftsstelle untergebracht war, putzen Susi, Karin und Ruth mit großem Einsatz. “Ist doch klar, dass wir dem Verein helfen”, sagt Ruth, während sie dem Schmutz eines Hochregals der Bar den Garaus macht.

“Wir gestalten den VIP-Klub etwas um. Essen soll künftig im Raum und nicht draußen verabreicht werden”, berichtet Baur.
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Eröffnungsspiel fast ausverkauft
Der Geschäftsführer kann sich der Kartenanfragen für das Eröffnungsspiel der Austria am kommenden Samstag gegen Augsburg kaum erwehren. “Es ist praktisch alles ausverkauft. Nur noch ein paar Restkarten sind erhältlich. Es wird am Spieltag deswegen auch keine Tageskasse mehr geben”, erläutert Baur.

Sehr zufrieden ist Baur auch mit dem Verkauf von Saison-Dauerkarten. “Bisher sind es 2.000.” Das neue Stadion zieht. “Wir hoffen auf noch mehr Interesse, wenn die Leute sehen, wie es bei einem Spieltag mit allem Drum und Dran wirkt.”
Was allen klar ist: Zur Aufrechterhaltung der Euphorie wird es auch entsprechende Darbietungen der Mannschaft auf dem Platz brauchen.