Ortsdurchfahrt mit Laternenfest gefeiert

In Schwarzenberg atmen Schubertiade und baustellen-geschädigte Anrainer auf.
Schwarzenberg Im Morgengrauen räumten die Straßenbauarbeiter die letzten Absperrungen zur Seite – die Ortsdurchfahrt von Schwarzenberg war nach den letzten zwei nächtlichen Totalsperren wieder praktisch unbehindert befahrbar. Zwei Tage – oder besser: zwei Nächte – früher als vorsorglich vorgesehen. Das ideale Wetter spielte den Baufirmen in die Karten. „Es fehlen noch die Gehsteige und eine Reihe von Restarbeiten, aber die stören den Verkehrsablauf auf der Schwarzenberger Ortsdurchfahrt kaum mehr“, so Polier Fabian Sutterlüty bei einem Lokalaugenschein. Er hat mit seinem Bautrupp ganze Arbeit geleistet, denn man stand gewaltig unter Zeitdruck.

Gehofft, aber nicht garantiert
„Als die Arbeiten im September 2024 in Angriff genommen wurden“, so Bürgermeister Seftone Schmid, „war es unser Ziel, die Arbeiten bis zum Beginn der Schubertiade am 21. Juni, abschließen zu können. Wir haben gehofft, dass es klappt, aber garantieren konnte das niemand, die Arbeiten waren so umfangreich und viele Unwägbarkeiten – vor allem das Wetter – hätten alles verzögern können. Am Ende hatten wir Glück, wir können den Schubertiade-Gästen unser Schwarzenberg noch schöner als bisher präsentieren.“

Anrainer atmen auf
Der Gemeinde ist es wichtig, die Gäste aus aller Welt, die zu einem international beachteten Festival nach Schwarzenberg kommen, nicht „inmitten einer Straßenbaustelle“ zu begrüßen. Die Erleichterung über den Abschluss der umfangreichen Arbeiten ist besonders bei den direkten Anrainern groß, denn sie mussten in den vergangenen Wochen und Monaten erhebliche Einschränkungen in Kauf nehmen. „Seit vielen Jahren hat sich die Straße zu einem holprigen Fleckerlteppich entwickelt, über den sich nicht nur die unmittelbaren Anrainer mehr und mehr geärgert haben. Jeder Frostschaden und jede sonstige Beschädigung wurde einfach notdürftig zugepflastert“, merkt Evelyn Fink-Mennel an, die direkt an der Straße im Heimathaus von Angelika Kauffmann wohnt.

Hotspot der Baumaßnahmen
„Es wurden nicht nur die Straßen vom Dorfplatz in Richtung Bödele, Egg und Bezau grundlegend saniert, es wurden auch Infrastruktur erneuert, beziegungsweise, neu installiert“, erläutert Sutterlüty. „Wasserversorgung, Regen- und Schmutzwasserkanal, Glasfaser und Stromleitungen und dazu noch die Installation der neuen Straßenbeleuchtung.“

Am schlimmsten waren die Erschwernisse für die Bewohner an der Straße Richtung Bezau: Hier wurde vor Angelika Kauffmanns Heimathaus die Straße komplett aufgerissen und der Zugang zu den historischen Häusern – direkt am Straßenrand – längere Zeit erschwert.
Das gehört gefeiert
Als – früher als geplant – das letzte Teilstück vor dem Kauffmann-Haus asphaltiert war und die Bauarbeiter im Morgengrauen die Totalsperre aufheben konnten, waren die direkten Anrainer erleichtert – aber auch ein wenig enttäuscht, denn „weder Land noch Gemeinde machte Anstalten, diesen Anlass auch entsprechend zu feiern“, bedauerte Evelyn Fink-Mennel und schritt mit Nachbarn zur Tat: „Feiern wir halt selbst!“ Im erst kürzlich liebevoll restaurierten früheren Käsekeller des Hauses der Familie Metzler wurde gedeckt – Käse, Landjäger, Schwarzbrot und Getränke. Ein historisches Gebäude, das nach Einschätzung des Wälder Dendrochronologen Klaus Pfeifer mehr als 400 Jahre alt ist und den verheerenden Dorfbrand von 1755 überstanden hat.

Zuvor aber wurde die „Verkehrsfreigabe“ für die Fotografen nachgestellt. Und weil für die neue Straßenbeleuchtung zwar die Masten stehen, die Laternen aber noch fehlen, wurden diese spaßeshalber bereitgestellt. STP