Ortsdurchfahrt mit Laternenfest gefeiert

VN / 16.06.2025 • 13:42 Uhr
Ortsdurchfahrt mit Laternenfest gefeiert: Gemeinsam mit den Bauarbeitern inszenierten die direkten Anrainer die „Verkehrsfreigabe“ und räumten vor Angelika Kauffmanns Heimathaus symbolisch die Absperrung zur Seite. PETER STRAUSS
Ortsdurchfahrt mit Laternenfest gefeiert: Gemeinsam mit den Bauarbeitern inszenierten die direkten Anrainer die „Verkehrsfreigabe“ und räumten vor Angelika Kauffmanns Heimathaus symbolisch die Absperrung zur Seite.STP

In Schwarzenberg atmen Schubertiade und baustellen-geschädigte Anrainer auf.

Schwarzenberg Im Morgengrauen räumten die Straßenbauarbeiter die letzten Absperrungen zur Seite – die Ortsdurchfahrt von Schwarzenberg war nach den letzten zwei nächtlichen Totalsperren wieder praktisch unbehindert befahrbar. Zwei Tage – oder besser: zwei Nächte – früher als vorsorglich vorgesehen. Das ideale Wetter spielte den Baufirmen in die Karten. „Es fehlen noch die Gehsteige und eine Reihe von Restarbeiten, aber die stören den Verkehrsablauf auf der Schwarzenberger Ortsdurchfahrt kaum mehr“, so Polier Fabian Sutterlüty bei einem Lokalaugenschein. Er hat mit seinem Bautrupp ganze Arbeit geleistet, denn man stand gewaltig unter Zeitdruck.

„Falls auf die Laternen vergessen wurde, hätten wir da einen Ersatz anzubieten. . .“, scherzten Andreas Metzler und Evelyn Fink-Mennel, als sie mit Stefan Schneider, Fabian Sutterlüty und Helga Metzler (von links) sowie Alexander Berchtold, Ignaz Hirschbühl und Rosmarie Bendhim (von rechts) ihre Spaß-Aktion starteten.
„Falls auf die Laternen vergessen wurde, hätten wir da einen Ersatz anzubieten. . .“, scherzten Andreas Metzler und Evelyn Fink-Mennel, als sie mit Stefan Schneider, Fabian Sutterlüty und Helga Metzler (von links) sowie Alexander Berchtold, Ignaz Hirschbühl und Rosmarie Bendhim (von rechts) ihre Spaß-Aktion starteten.peter strauss

Gehofft, aber nicht garantiert

„Als die Arbeiten im September 2024 in Angriff genommen wurden“, so Bürgermeister Seftone Schmid, „war es unser Ziel, die Arbeiten bis zum Beginn der Schubertiade am 21. Juni, abschließen zu können. Wir haben gehofft, dass es klappt, aber garantieren konnte das niemand, die Arbeiten waren so umfangreich und viele Unwägbarkeiten – vor allem das Wetter – hätten alles verzögern können. Am Ende hatten wir Glück, wir können den Schubertiade-Gästen unser Schwarzenberg noch schöner als bisher präsentieren.“

Ortsdurchfahrt mit Laternenfest gefeiert: Totalsperren konnten zwar kurz gehalten werden, aber monatelang gab es nur ampelgeregelten Einbahnverkehr und der Zugang zu den Häusern war für längere Zeit nur erschwert zu Fuß möglich.
Totalsperren konnten zwar kurz gehalten werden, aber monatelang gab es nur ampelgeregelten Einbahnverkehr und der Zugang zu den Häusern war für längere Zeit nur erschwert zu Fuß möglich.

Anrainer atmen auf

Der Gemeinde ist es wichtig, die Gäste aus aller Welt, die zu einem international beachteten Festival nach Schwarzenberg kommen, nicht „inmitten einer Straßenbaustelle“ zu begrüßen. Die Erleichterung über den Abschluss der umfangreichen Arbeiten ist besonders bei den direkten Anrainern groß, denn sie mussten in den vergangenen Wochen und Monaten erhebliche Einschränkungen in Kauf nehmen. „Seit vielen Jahren hat sich die Straße zu einem holprigen Fleckerlteppich entwickelt, über den sich nicht nur die unmittelbaren Anrainer mehr und mehr geärgert haben. Jeder Frostschaden und jede sonstige Beschädigung wurde einfach notdürftig zugepflastert“, merkt Evelyn Fink-Mennel an, die direkt an der Straße im Heimathaus von Angelika Kauffmann wohnt.

Ortsdurchfahrt mit Laternenfest gefeiert: Nicht nur die Straßen Richtung Bödele, Egg und Bezau wurden grundlegend saniert, auch der Dorfplatz ist durch Pflasterung jetzt übersichtlicher strukturiert.
Nicht nur die Straßen Richtung Bödele, Egg und Bezau wurden grundlegend saniert, auch der Dorfplatz ist durch Pflasterung jetzt übersichtlicher strukturiert.

Hotspot der Baumaßnahmen

„Es wurden nicht nur die Straßen vom Dorfplatz in Richtung Bödele, Egg und Bezau grundlegend saniert, es wurden auch Infrastruktur erneuert, beziegungsweise, neu installiert“, erläutert Sutterlüty. „Wasserversorgung, Regen- und Schmutzwasserkanal, Glasfaser und Stromleitungen und dazu noch die Installation der neuen Straßenbeleuchtung.“

Ortsdurchfahrt mit Laternenfest gefeiert: Erleichterung darüber, dass rechtzeitig zur Schubertiade die umfangreichen Straßenbauarbeiten im Schwarzenberger Zentrum abgeschlossen werden konnten und der Verkehr wieder ungehindert rollen kann.
Erleichterung darüber, dass rechtzeitig zur Schubertiade die umfangreichen Straßenbauarbeiten im Schwarzenberger Zentrum abgeschlossen werden konnten und der Verkehr wieder ungehindert rollen kann.

Am schlimmsten waren die Erschwernisse für die Bewohner an der Straße Richtung Bezau: Hier wurde vor Angelika Kauffmanns Heimathaus die Straße komplett aufgerissen und der Zugang zu den historischen Häusern – direkt am Straßenrand – längere Zeit erschwert.

Das gehört gefeiert

Als – früher als geplant – das letzte Teilstück vor dem Kauffmann-Haus asphaltiert war und die Bauarbeiter im Morgengrauen die Totalsperre aufheben konnten, waren die direkten Anrainer erleichtert – aber auch ein wenig enttäuscht, denn „weder Land noch Gemeinde machte Anstalten, diesen Anlass auch entsprechend zu feiern“, bedauerte Evelyn Fink-Mennel und schritt mit Nachbarn zur Tat: „Feiern wir halt selbst!“ Im erst kürzlich liebevoll restaurierten früheren Käsekeller des Hauses der Familie Metzler wurde gedeckt – Käse, Landjäger, Schwarzbrot und Getränke. Ein historisches Gebäude, das nach Einschätzung des Wälder Dendrochronologen Klaus Pfeifer mehr als 400 Jahre alt ist und den verheerenden Dorfbrand von 1755 überstanden hat.

Ortsdurchfahrt mit Laternenfest gefeiert: Im sorgsam restaurierten ehemaligen Käsekeller des nach Einschätzung des Wälder Dendrochronologen Klaus Pfeifer mehr als 400 Jahre alten Hauses der Familie Metzler wurde zum „Laternenfest“ geladen.
Im sorgsam restaurierten ehemaligen Käsekeller des nach Einschätzung des Wälder Dendrochronologen Klaus Pfeifer mehr als 400 Jahre alten Hauses der Familie Metzler wurde zum „Laternenfest“ geladen.

Zuvor aber wurde die „Verkehrsfreigabe“ für die Fotografen nachgestellt. Und weil für die neue Straßenbeleuchtung zwar die Masten stehen, die Laternen aber noch fehlen, wurden diese spaßeshalber bereitgestellt. STP