Wie eine “Horrorraupe” Vorarlbergs beliebteste Zierpflanze dahinraffte

Der Buchs, einst weit verbreitetes Immergrün in heimischen Gärten, ist als Opfer des Buchsbaumzünslers fast verschwunden.
Schwarzach “Buchs, das Multitalent” nannte vor fast 20 Jahren der VN-Gartenexperte Herbert Geringer jene “unverwüstliche Pflanze”, die, je nach Zuschnitt, dazu geeignet war, bemerkenswerte Effekte in unseren Gärten zu erzielen. Die Pflanze des Barocks, welche für die opulente Gartenarchitektur französischer Schlösser verwendet wurde, hatte Vorarlberg erobert.

Plötzlich war der Schädling da
Und dann das, so ungefähr 2009: Ein Schädling kam aus Asien daher und suchte sich ausgerechnet den Buchs als Lieblingsmahlzeit aus. Der Buchsbaumzünsler begann mit seinem Zerstörungswerk. Schon drei Jahre später hatte es die kleine grün-blaue Raupe geschafft, ein Massensterben der beliebten Zierpflanze herbeizuführen. Innerhalb kürzester Zeit nach Befall verwandelten sich zuvor prächtige Buchsbäume in aschfahle, verkümmerte Pflanzenreste. Nichts und niemand konnte dem Schädling, der sich später zu einem Schmetterling entwickelte, Einhalt gebieten. Es gab damals nur ein höchst umstrittenes Spritzmittel, das bei nicht sachgerechter Anwendung für große Schäden sorgte.

“Arme Hunde”
Bald schon resignierten sogar Experten. “Jeder, der um diese Pflanze kämpft, ist ein armer Hund”, sagte bereits im März 2013 der ehemalige wissenschaftliche Berater der inatura, Klaus Zimmermann (66). Auch Pflanzenschutz-Experte Harald Rammel von der Landwirtschaftskammer riet dazu, den Buchsbaum durch andere Pflanzen zu ersetzen.

Zwar fanden einige Vögel, darunter Spatzen, Meisen und Rotschwänze, die Raupen allmählich bekömmlich. Doch den sich dreimal im Jahr reproduzierenden Buchsbaumzünsler konnten sie nicht in der erforderlichen Zahl verzehren.
Fast verschwunden
Und heute? “Wir haben keine Buchspflanzen mehr in unserem Sortiment”, berichtet Gärtnermeister Reinhard Brunner (57). Auf Lager habe man noch ein Spritzmittel gegen den Schädling, da einige Kunden die Zierpflanze doch noch in ihren Gärten zu Hause retten konnten.

“Wir bekommen in der inatura gelegentlich Anfragen, wie man mit dem Schädling umgehen soll”, erzählt Elisabeth Ritter (53), Nachfolgerin Zimmermanns als wissenschaftliche Beraterin der inatura in Dornbirn. “Die Leute schicken uns unter anderem Fotos von den hellen und dunklen Faltern, die aus den Raupen entstehen.” Ritter rät zu Alternativen bei der Anschaffung von Zierpflanzen. “Die Eibe oder die japanische Stechpalme erfüllen denselben Zweck.”
