Hohe Strafen für falsche Bereifung in Italien

Ab 15. Mai drohen hohe Strafen in Italien, wenn der Geschwindigkeitsindex nicht den Vorgaben entspricht.
Dornbirn Einige Urlauber mussten bereits ihre Italienreise verschieben: Das italienische Verkehrsministerium hat ein neues Gesetz verkündet, dem zufolge Winterreifen ab dem 15. Mai verboten sind. Wer diese Regel missachtet, muss laut der Regionalzeitung „Altarimini.it“ mit Bußgeldern zwischen 422 und 1682 Euro rechnen. Eine kurze Übergangsfrist bis zum 15. Mai erlaubt noch Kulanz, danach wird streng kontrolliert.
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Hintergrund des neuen Gesetzes ist der sogenannte Geschwindigkeitsindex. „Jeder Hersteller legt eine Maximalgeschwindigkeit für ein Fahrzeug fest. Die Reifen müssen dieser Geschwindigkeit standhalten“, erklärt Jürgen Wagner vom ÖAMTC Vorarlberg. Die Höchstgeschwindigkeit, mit der ein Reifen betrieben werden darf, wird über diesen Index definiert. Der jeweilige Index wird mit einem Buchstaben gekennzeichnet, am gängigsten sind “H” und “V”.

Bisher bestand die Möglichkeit, bei Winterreifen eine niedrigere Geschwindigkeitsklasse zu wählen, sofern dies am Fahrzeug durch ein gut sichtbares Pickerl gekennzeichnet war. „Wenn ich einen härteren Reifen verwenden müsste, könnte ich einen etwas billigeren Reifen nehmen, der nur für 160 km/h zugelassen ist, müsste das aber entsprechend kennzeichnen“, erläutert Wagner. Diese Praxis ist nun in Italien verboten: „Selbst wenn die niedrigere Geschwindigkeit ordnungsgemäß gekennzeichnet ist, darf man in Italien nicht mehr mit einem Reifen fahren, dessen Geschwindigkeitsindex unter der Herstellerangabe liegt“, betont der Experte.

Wer allerdings Winterreifen verwendet, die den vom Fahrzeughersteller vorgeschriebenen Geschwindigkeitsindex erfüllen, muss keine Strafe fürchten. Dennoch rät Wagner davon ab, im Sommer mit Winterreifen unterwegs zu sein: „Die Gummimischung ist entscheidend für die Verbindung zum Asphalt. Bei heißem Asphalt und hohen Reifentemperaturen braucht es die spezielle Konstruktion eines Sommerreifens“, erklärt er.

Winterreifen seien dagegen für bessere Haftung bei niedrigen Temperaturen und Schnee optimiert, insbesondere durch ihre spezielle Lamellentechnik. Zusätzlich warnt Wagner. „Bei falscher Bereifung und hohen Temperaturen kann ein Reifen sogar platzen”, sagt er. “Ich fahre mehrfach im Jahr nach Italien und sehe die vielen Reifenpatzer immer auf der Fahrbahn. Das war die Ursache für die neue Regelung, es gab sehr viele Reifenpatzer und schwere Unfälle aus diesem Grund auf den Autobahnen.”
